taz.de -- Festnahme nach rechter Terrordrohung: Vorbild Christchurch
Im Internet soll ein 21-Jähriger aus Niedersachsen einen Anschlag angekündigt haben. Er plante offenbar, Muslime zu töten, und hatte sich dafür bereits Waffen besorgt.
Bild: Vorbild für deutsche Terroristen? Die Moschee in Christchurch war 2019 Ziel eines rechten Anschlags
Celle/Hildesheimdpa/epd | Die Generalstaatsanwaltschaft Celle ermittelt gegen einen Mann aus Hildesheim, der einen Anschlag mit mehreren Toten angekündigt haben soll. Sein Ziel sei es gewesen, [1][Muslime zu töten]. Der Mann soll Waffen besessen haben. Nachdem der 21-Jährige am Samstag nach einer richterlichen Anordnung zunächst in Gewahrsam genommen worden war, erließ das Landgericht Lüneburg am Montag einen Haftbefehl gegen den Beschuldigten.
Wie die Generalstaatsanwaltschaft (GStA) in Celle mitteilte, hat der Beschuldigte in einem anonymen Internet-Chat auf den rechtsextremistischen [2][Attentäter von Christchurch in Neuseeland] Bezug genommen. Die Drohung datiert der Mitteilung zufolge vom Freitag.
Der 21-Jährige habe sich bisherigen Erkenntnissen zufolge seit längerem mit der Idee beschäftigt, bei einem Anschlag zahlreiche Menschen zu töten, um weltweite mediale Aufmerksamkeit zu erregen. In seiner Wohnung seien Waffen und Dateien mit rechtsradikalen Inhalten gefunden worden.
Der Mann werde nun aus dem polizeilichen Gewahrsam in die Untersuchungshaft in einer Justizvollzugsanstalt gebracht. Die Zentralstelle Terrorismusbekämpfung hat die Ermittlungen übernommen.
Bei dem Anschlag in Christchurch, auf den der 21-Jährige den Angaben zufolge Bezug nahm, hatte ein Attentäter im März 2019 Moscheen angegriffen und 51 Menschen erschossen.
8 Jun 2020
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