taz.de -- Verbrenner-Aus 2035: Bloß nicht absagen!
Auf dem europäischen Markt sind immer mehr E-Autos verfügbar. Trotzdem wollen Konservative und Rechte das Verbrenner-Aus weiter aufschieben.
Bild: Das E-Auto setzt sich in Eruopa langsam durch, aber der Verbrenner hat immer noch viele Freunde
Gute Nachrichten für die europäischen Verbraucher*innen: Wer ein eigenes Auto braucht, hat immer mehr Auswahl im [1][klimafreundlicheren E-Auto-Segment] – auch vergleichsweise günstig. Ende 2026 sind auf dem europäischen Markt 16 E-Modelle für weniger als 25.000 Euro verfügbar, doppelt so viele wie noch im Vorjahr, rechnet die Brüsseler NGO Transport & Environment vor. Teurere Fahrzeuge gibt es natürlich auch, insgesamt sind es 150 E-Modelle.
Das verdanken wir den Klimaregeln für Autobauer, die Pkws auf dem europäischen Markt verkaufen wollen, argumentieren die Verkehrsexpert*innen. Mittlerweile lassen die sich wirklich nur noch erreichen, wenn man genug E-Autos verkauft – nicht nur durch leichte Verbesserungen im Verbrenner-Segment.
Laut Transport & Environment ist zu erwarten, dass alle europäischen Autohersteller die Zielvorgaben für 2025 bis 2027 erfüllen. Moment mal: etwa die Konzerne, die zum großen Teil gerade noch ihr sicheres Ende heraufbeschworen, wenn es zu den aktuellen Regeln komme? Und die, die teils immer noch [2][zusammen mit Konservativen und extrem Rechten daran werkeln, das europäische Verbrenner-Aus im Jahr 2035 weiter aufzuweichen]?
Teilweise ist das Lamento verständlich: Verkaufen Volkswagen, BMW oder Mercedes ihre E-Autos, bleibt ein enormer Teil der Einnahmen nicht in Wolfsburg, München und Stuttgart. China kontrolliert fast die gesamte Wertschöpfungskette. Das beginnt beim Abbau von [3][Rohstoffen wie Lithium], geht weiter bei deren Raffination, bei der Produktion von Kathoden sowie Anoden und endet bei der Fertigung der ganzen Batterien.
Ist die richtige Antwort darauf, das Verbrenner-Aus abzusagen? Natürlich nicht. Das würde die Klimakrise weiter anheizen und damit Leben aufs Spiel setzen. Stattdessen sollten die EU, ihre Mitgliedstaaten und die Autokonzerne alles daransetzen, auch bei E-Autos unabhängig von China zu werden. Ansatzweise passiert das endlich. Zum Beispiel baut BMW seit Anfang Oktober im bayerischen Irlbach eigene Hochvoltakkus – wegen der hohen Nachfrage übrigens direkt im Zweischichtbetrieb.
5 Oct 2026
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AUTOREN
Susanne Schwarz
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