taz.de -- Präsidentschaftswahl in Peru: Richter geht gegen linken Kandidaten vor

Kurz vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in dem Andenland wird ein Prozess gegen Roberto Sánchez angeordnet. Ihm drohen über fünf Jahre Haft.

Bild: Im Visier der Justiz: Perus linker Präsidentschaftskandidat Roberto Sánchez

afp/taz | Zwei Tage vor der Präsidentschafts-Stichwahl in Peru hat ein Richter einen Prozess gegen den linken Kandidaten Roberto Sánchez wegen angeblicher falscher Angaben zur Finanzierung seiner Partei angeordnet. Es gebe „hinreichende Verdachtsmomente“ für einen Prozess, erklärte am Freitag (Ortszeit) Richter Adolfo Farfán.

In Peru steht am Sonntag die Stichwahl um das Präsidentenamt an, für die sich Sánchez und [1][die rechtsgerichtete Diktatorentochter Keiko Fujimori] qualifiziert haben. Sánchez möchte [2][die staatliche Kontrolle über die Rohstoffe zurückgewinnen], höhere Unternehmensteuern und eine neue Verfassung schreiben lassen. Umfragen deuteten auf ein knappes Rennen hin.

Die richterliche Anordnung dürfte keinen Einfluss auf das Stattfinden der Wahl am Sonntag haben. Sánchez hat noch eine Woche Zeit, um Einspruch einzulegen. Sollte er die Präsidentschaftswahl gewinnen, würde der linksgerichtete Kandidat gemäß der peruanischen Verfassung Immunität genießen.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und vier Monaten für Sánchez gefordert und zeigte sich „zufrieden mit der Entscheidung“. Sánchez wird vorgeworfen, der Wahlbehörde falsche Angaben zu Finanzbeiträgen an seine Partei Juntos por el Perú zwischen 2018 und 2020 gemacht zu haben. Er wies die Vorwürfe zurück und erklärte, seit Jahren werde versucht, ihn politisch zu diskreditieren.

6 Jun 2026

[1] /Politische-Kaempfe-in-Lateinamerika/!6179848

[2] /Wahlen-in-Lateinamerika/!6181944

TAGS

Peru

Präsidentschaftswahl

Keiko Fujimori

Gerichtsprozess

ARTIKEL ZUM THEMA

Nach der Stichwahl in Peru: Unterlegener Kandidat ruft zu Protesten auf

Über zwei Wochen nach der Stichwahl erklärt Perus oberste Wahlbehörde, der knappe Sieg sei der Rechtskandidatin Keiko Fujimori nicht mehr zu nehmen.

Präsidentschaftswahlen in Peru: Knappes Rennen um die Spitze

Die Auszählung der Präsidentschaftswahlen hält ganz Peru seit drei Tagen in Atem. Das Zünglein an der Waage sind die Peruaner im Ausland.

Präsidenten-Stichwahl in Peru: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Sánchez und Fujimori

Nach Auszählung fast aller Stimmen liegt der Linke Sánchez knapp vorne. Die Diktatorentochter Fujimori hat aber bessere Chancen bei noch fehlenden Auslandsstimmen.

Wahlen in Lateinamerika: Links vor rechts

Kolumbien wählt am Sonntag einen neuen Präsidenten. Der progressive Iván Cepeda liegt in Umfragen vorn. Auch in den Nachbarländern dürfen Linke hoffen.

Politische Kämpfe in Lateinamerika: Wenn das Pendel wieder schwingt

Erlebt Lateinamerika gerade einen Rechtsruck? Oder steht der Kontinent vor einer progressiven Wende? Für beides gibt es Indizien. Doch es geht um mehr.

Wahlkampf in Peru: Sehnsucht nach der harten Hand

Am 12. April wählt Peru eine neue Regierung. Nach Jahren politischer Unruhen sehnen sich viele nach Ordnung. Auf den Straßen regiert die Angst, im Amazonas der Goldrausch.

Proxied content from gemini://taz.de/Praesidentschaftswahl-in-Peru/%216184920 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/Praesidentschaftswahl-in-Peru/%216184920
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.