taz.de -- Bauarbeiten bei der Deutschen Bahn: Vollsperrung zwischen Berlin und Hannover steht bevor
Die Deutsche Bahn startet am Freitag eine Generalsanierung, die wichtige Ost-West-Verbindung ist an der Reihe. Was das für Nah- und Fernzüge heißt.
Bild: Sanierungen sollen das Schienennetz entrosten – zumindest sinnbildlich, ein bisschen Rost an Gleisen ist in Wahrheit nicht schlimm
Die wichtige Bahnstrecke zwischen Berlin und Hannover wird ab Freitag generalsaniert – und mehr als ein Jahr lang voll gesperrt. Fernverkehrszüge fahren bis voraussichtlich Ende 2027 über Magdeburg und Braunschweig statt über Wolfsburg, die Fahrt dauert rund 80 Minuten länger als sonst. Züge zwischen Amsterdam und Berlin verkehren über Hamburg und sind dadurch 70 Minuten länger unterwegs. Im Regionalverkehr fallen mehrere Bahnlinien zumindest zeitweise aus, dort will die DB Ersatzverkehr mit lilaroten Bussen bereitstellen.
Am Dienstag nun zeigten DB-Manager in Schönhausen in Sachsen-Anhalt, einem Haltepunkt auf der Trasse, [1][welche Arbeiten anstehen]: Zuerst werde die Fahrbahn auf der Schnellfahrstrecke östlich und westlich von Stendal erneuert. Insgesamt sollen 214 Weichen, gut 350 Kilometer Gleise sowie 27 Bahnhöfe schick gemacht und andere technische Reparaturen durchgeführt werden. „Wir packen auf der Strecke Hannover–Berlin richtig an“, sagte DB-Programmleiter Wolfgang Weinhold selbstbewusst.
Dabei hatte das Projekt [2][zuletzt für Ärger gesorgt]. Ursprünglich sollten Fernzüge ab Dezember auf der Lehrter Stammstrecke, parallel zur gesperrten Schnellfahrstrecke, fahren können. Die Elektrifizierung der Stammstrecke zieht sich jedoch länger hin als geplant, die Umleitung über Magdeburg bleibt deshalb länger bestehen. Am Dienstag versuchte die DB Mut zu machen: Sie habe die Umleitungsstrecke „durch ein umfangreiches Instandhaltungsprogramm auf die zusätzliche Belastung vorbereitet“.
Vor knapp drei Wochen sagte DB-Chefin Evelyn Palla außerdem, dass der Konzern in Zukunft nur noch zwei Generalsanierungen pro Jahr abwickeln wolle – deutlich weniger als ursprünglich versprochen. [3][Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU)] ist gerade dabei, das bisherige Konzept zu überprüfen – und in der Branche wird gemunkelt, dass auch er die Zahl der Sanierungen runterschrauben will.
Laut dem Verband der Güterbahnen ist nicht allein die Zahl der Generalsanierungen entscheidend. Vielmehr müsse eine „bessere Abstimmung aller Baumaßnahmen geschaffen werden“, [4][teilte der Verband am Dienstag mit] – zum Beispiel mit verlässlichen Umleiterkonzepten.
29 Sep 2026
LINKS
[1] https://www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/Baustart-Hannover-Berlin-DB-InfraGO-beginnt-am-2-Oktober-die-umfangreichen-Bauarbeiten-14048292
[2] /Generalsanierungen-der-Deutschen-Bahn/!6212265
[3] /Der-neue-Bundesverkehrsminister/!6200547
[4] https://die-gueterbahnen.com/news/korridorsanierungen-die-gueterbahnen-fordern-bilger-zu-gemeinschaftlicher-baukonzeption-mit-der-branche-auf.html
AUTOREN
Nanja Boenisch
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GNS
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