taz.de -- Krise bei Volkswagen: VW schreibt Porsche ab

Der Wolfsburger Autobauer vermeldet einen Milliardenverlust für das vergangene Quartal. Im laufenden Geschäft ist er aber noch profitabel.

Bild: Porsche-Produktion im Stammwerk Zuffenhausen im März 2026

Die Hiobsbotschaften aus Wolfsburg reißen nicht ab. Allein zwischen Juli und September hat [1][Volkswagen] einen Verlust von 5,8 Milliarden Euro gemacht. Grund für das Milliardenminus waren Wertberichtungen in Höhe von insgesamt rund 7,8 Milliarden Euro. Im laufenden Geschäft war der Konzern in den ersten neun Monaten dieses Jahres noch profitabel.

„Jetzt müssen wir die Maßnahmen schnell und konsequent umsetzen. Wir haben nicht mehr unbegrenzt Zeit“, sagte VW-Finanzvorstand Arno Antlitz mit Blick auch auf die Arbeitnehmerseite. Denn aufgrund der anhaltenden Absatzkrise hat der Konzern Ende September [2][fast alle Tarifverträge gekündigt]. Die Gewerkschaft IG Metall sprach damals von einem „üblen Foul“ an der Belegschaft.

Insgesamt verkaufte der Konzern, zu dem neben der Hauptmarke VW auch etwa Porsche. Seat, Audi und Škoda gehören, in den ersten neun Monaten des Jahres 5,9 Millionen Fahrzeuge. Das ist ein Minus von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Und bereits für diesen hatte der Konzern ein Minus von 1 Milliarde Euro verkündet.

Der Konzern leidet vor allem in China unter einem Nachfrageeinbruch. Dort ging der Absatz von Januar bis September im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2025 um fast ein Drittel zurück. In Europa und Südamerika konnte VW hingegen wieder mehr Fahrzeuge verkaufen.

Porsche ist der Grund fürs Minus

Besonders die Luxusmarke Porsche ist ein Sorgenkind und der Hauptgrund für das jetzige Milliardenminus. Volkswagen musste den Wert der Marke um 6,4 Milliarden Euro nach unten korrigieren. Das wirkt sich zwar nicht auf den Kontostand aus, belastet das Ergebnis aber aus buchhalterischen Gründen. 1 weitere Milliarde muss der Konzern auf sein China-Geschäft abschreiben.

Das eigentliche Tagesgeschäft war aber in diesem Jahr bisher noch profitabel. Ohne die Abschreibung belief sich das Ergebnis auf 8,8 Milliarden Euro. Das entspricht einer Rendite auf den Umsatz von 3,8 Prozent. Und auch mit den Milliardenabschreibungen im letzten Quartal ist der [3][VW-Konzern] in diesem Jahr noch immer in der Gewinnzone. Unterm Strich blieb für die ersten neun Monate immerhin ein kleines Plus von 0,1 Milliarden Euro.

29 Oct 2026

[1] /Einigung-bei-Autobauer-Volkswagen/!6210354

[2] /Krise-bei-Autobauer/!6217803

[3] /Mitteilung-der-IG-Metall/!6222589

AUTOREN

Simon Poelchau

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