taz.de -- Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Migranten schließen ihre Läden

Migrantische Geschäftsinhaber in Magdeburg schließen ihre Läden, um ein Zeichen zu setzen. Die Menschen sollen genau hinsehen, wen sie wählen.

Bild: Magdeburg: Der Streik soll ein Weckruf an die Gesellschaft sein, ein Appell, sich das Programm der AfD genau anzuschauen

dpa | Anderthalb Wochen vor der Landtagswahl und als Reaktion auf die hohen Umfragewerte für die AfD setzen migrantische Gewerbetreibende in Magdeburg ein Zeichen für die Demokratie und schließen ihre Läden für einen halben Tag. Zusätzlich zur Streikaktion ist heute Mittag eine Kundgebung vor dem Landtag geplant. „Uns ist wichtig: Niemand muss durch Arbeit oder wirtschaftliche Leistung beweisen, dass er oder sie zu dieser Gesellschaft gehört“, [3][sagte Saeeid Saeeid vom Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt]. „Menschenwürde und gesellschaftliche Zugehörigkeit gelten für alle.“

Rund 150 Geschäfte unter anderem rund um den Magdeburger Hasselbachplatz wollten sich beteiligen und von 10 bis 15 Uhr geschlossen bleiben, sagte eine Organisatorin, darunter Gastronomie, Barbershops, Kioske und andere Läden. Deutsch geführte Läden hätten angekündigt, sich anzuschließen. In den Schaufenstern sollen Plakate auf den „Migra-Streik“ hinweisen.

Migranten sorgen für Kultur, Gastronomie, Pflege und Bau

„Was wir gerade erleben, ist ein außergewöhnlicher Zusammenhalt innerhalb der migrantischen Community“, so Saeeid vom Flüchtlingsrat. „Gewerbetreibende motivieren sich gegenseitig, schließen sich zusammen und erheben friedlich ihre Stimme [4][gegen Rassismus und Ausgrenzung].“

Man wolle darauf aufmerksam machen, was fehlte, wenn es die von Migranten geführten Geschäfte nicht gäbe, sagt die Mitorganisatorin. Migranten hielten aber auch die Pflege aufrecht, den medizinischen Bereich, sie brächten die Pakete und seien auf dem Bau und in der Industrie tätig. „Wir wollen aber nicht nur als Arbeitskräfte gesehen werden, sondern als Menschen mit allen ihren Bedürfnissen“, sagte die Organisatorin, die als Sozialarbeiterin tätig ist.

„Lasst euch nicht spalten in Ausländer und Deutsche“

Der [5][Streik solle ein Weckruf an die Gesellschaft sein, ein Appell, sich das Programm der AfD genau anzuschauen]. „Lasst euch nicht spalten in Ausländer und Deutsche, die Gesellschaft muss zusammenbleiben.“

Am 6. September [6][wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt]. Derzeit führt die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestufte AfD in den Umfragen mit großem Abstand vor der derzeit regierenden CDU. Ihr Ziel ist es, die nächste Landesregierung zu stellen.

26 Aug 2026

[3] /Migrantischer-Streik-in-Magdeburg/!6206957

[4] /Moeglicher-AfD-Sieg-in-Sachsen-Anhalt/!6202713

[5] /Migrantischer-Streik-in-Magdeburg/!6206957

[6] /Schwerpunkt-Landtagswahl-in-Sachsen-Anhalt/!t5749746

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