taz.de -- Niedrigwasser in Flüssen: Kaum noch Schiffe auf dem Rhein unterwegs
Der Wasserstand der Donau ist so niedrig, dass Rumänien sein Atomkraftwerk abschalten muss. Im Rhein fahren kaum Schiffe, aber Lkw sind auch keine Lösung, sagt ein Verband.
Bild: Wegen der eingeschränkten Transportkapazitäten der Schifffahrt infolge des Niedrigwassers des Rheins werden Güter zunehmend an Land transportiert
afp/dpa | Auf dem Rhein bei Köln waren nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein wegen des historischen Niedrigwassers am Donnerstag kaum noch Schiffe unterwegs. Binnenschiffer fordern deshalb von der Politik Unterstützung. Die Förderung von niedrigwasseroptimierten Schiffen müsse fortgesetzt werden, sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Binnenschifffahrt, Jens Schwanen. Es gebe derzeit in Deutschland nur zwölf solche Schiffe. Und: Der [1][Ausbau der Fahrrinnen des Rheins] müsse vorangetrieben werden.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hatte noch am Mittwoch erklärt, Wasserstraßen ausbauen und die Förderung niedrigwasseroptimierter Schiffe fortsetzen zu wollen.
Umweltschützer:innen hingegen lehnen einen Ausbau ab. Die Flüsse seien „natürlicher Hochwasserschutz und unersetzlicher Lebensraum vieler Arten“, erklärte die Mobilitätsreferentin der Organisation Robin Wood, Annika Fuchs. „[2][Die Schiffe müssen sich dem Fluss anpassen], nicht umgekehrt.“ Auch Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hatte sich am Mittwoch gegen einen Ausbau gestellt.
Um den Gütertransport auch bei Niedrigwasser zu sichern, könnten Schwergut und Massegüter grundsätzlich auch [3][auf der Schiene transportiert werden], teilte der Verband der Verkehrsunternehmen am Donnerstag mit. Voraussetzung dafür sei jedoch eine stabile Schieneninfrastruktur, die müsse der Bund ausreichend finanzieren. Mehr Lastwagen mit mehr Transportgut hingegen verschärften das Problem sanierungsbedürftiger Brücken und Straßen – und heizten mit fossilem Antrieb den Klimawandel weiter an.
Rumänien schaltet Akw wegen des Donaupegels ab
In Rumänien wurde am Donnerstagmorgen wegen historisch niedriger Pegelstände der Donau derweil das einzige Atomkraftwerk des Landes gänzlich heruntergefahren. Schon Ende Juli war der erste Reaktor abgeschaltet worden. Das Kraftwerk Cernavoda benötigt das Wasser der Donau zum Kühlen.
Es ist das erste Mal seit einer Dürre im Jahr 2003, dass das Akw vollständig heruntergefahren wird. Das Akw sorgt gewöhnlich für etwa ein Fünftel der rumänischen Stromproduktion. Windkraft und Importe sollen nun den Strombedarf decken.
13 Aug 2026
LINKS
[1] /Bilgers-Vorschlag-fuer-Gueterschiffe/!6198946
[2] /Gewaesserexperte-ueber-niedrige-Pegel/!6203781
[3] /Bundesweiter-Ausfall-der-Deutschen-Bahn/!6190391
Schwerpunkt Klimawandel
Wassermangel
Schifffahrt
Güterverkehr
ARTIKEL ZUM THEMA
Zu wenig Wasser im Rhein: Es droht Schaden für die Wirtschaft
Trockenheit und Hitze beeinträchtigen den Verkehr auf Deutschlands wichtigster Wasserstraße, Ökonom*innen sorgen sich um das Wirtschaftswachstum.
Wasservergeudung bei Reit-WM: Wasser marsch!
Obwohl es für Monate fast nicht regnete, wird die Reit-WM auf saftig grünen Wiesen zelebriert. Möglich macht's eine umstrittene Behörden-Erlaubnis.
Pannenserie bei E-Fähre: The Ferry Tale goes on
Aus für die „Missunde III“: Die ständig kaputte E-Fähre am Meeresarm Schlei in Schleswig-Holstein soll ersetzt werden – durch ihre Vorgängerin.