taz.de -- Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Ramelow für Zusammenarbeit von Linke und CDU

Wegen fehlender Mehrheiten arbeiten Linke und CDU in Thüringen seit Jahren zusammen. Bodo Ramelow empfiehlt das nun auch dem Nachbarland Sachsen-Anhalt.

Bild: „Die CDU eiert rum“: Das findet Bodo Ramelow, wenn es um die Zusammenarbeit mit der Linken geht

dpa/afp | Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat für eine Kooperation von CDU und Linke plädiert, um eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt zu verhindern. „Wer Schaden vom Land Sachsen-Anhalt abwenden will, der muss also in der Lage sein, über Parteigrenzen hinweg miteinander zu reden“, sagte Ramelow dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„[1][Es ist die CDU, die rumeiert], statt zu sagen: Wir arbeiten bei Themen zusammen, bei denen wir zusammenarbeiten können.“ Ramelow ist heute Vizepräsident des Bundestages. Von 2014 bis 2024 war Ramelow Ministerpräsident in Thüringen. Dort gibt es eine Zusammenarbeit zwischen Linke und CDU seit Jahren – die Mehrheitsverhältnisse im Landtag erfordern es, weil alle Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen.

Ramelow distanziert sich von Schwerdtner

Auch der Linkspartei-Co-Vorsitzende [2][Luigi Pantisano hatte am Sonntag im ZDF erklärt]: „Wir haben in den letzten Jahren als Linke gezeigt, dass wir Verantwortung für dieses Land übernehmen.“ Das gelte vor allem, wenn es darum gehe, eine AfD-Regierung zu verhindern.

Ramelow distanzierte sich im Gespräch mit dem RND von [3][Äußerungen der Co-Parteichefin Ines Schwerdtner], die dem Stern gesagt hatte, mit der Berliner Linken in der Regierung werde es Vergesellschaftungen geben. Parteivorsitzende sollten sich vor Wahlen zurückhaltend zu landespolitischen Themen äußern, mahnte Ramelow. „So fand ich die Äußerung von Ines Schwerdtner zur Enteignung von Wohnungsgesellschaften als Bedingung für eine Koalition in Berlin nicht sehr hilfreich.“

11 Aug 2026

[1] /Wahlen-in-Sachsen-Anhalt/!6202531

[2] /Landtagswahl-in-Sachsen-Anhalt/!6203118

[3] /SPD-Spitzenkandidat-ueber-Enteignungen/!6202334

TAGS

Bodo Ramelow

Thüringen

Schwerpunkt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Schwerpunkt AfD

CDU

Die Linke

Ines Schwerdtner

ARTIKEL ZUM THEMA

AfD, BSW und die Wahlen im Osten: Die Linke als Stabilitätsanker

Höcke lockt Wagenknecht zur Zusammenarbeit in Thüringen und treibt damit einen Keil in das BSW. Die CDU täte gut daran, sich um die Linke zu bemühen.

CDU und Linke in Sachsen-Anhalt: Niemand will eine Koalition

Bodo Ramelow plädiert für eine Zusammenarbeit von CDU und Linken nach der Wahl. Und stößt auf Betonköpfe, die Realpolitik immer noch nicht verstehen.

AfD-Umfragehoch vor den Ostwahlen: Wirtschaft statt Moral

Die ideologisch Gefestigten können die demokratischen Parteien nicht von der AfD zurückholen. Anders sieht es bei wirtschaftlich Frustrierten aus.

SPD-Spitzenkandidat über Enteignungen: Steffen Krach sieht eine rote Linie

Die Linken-Bundesvorsitzende erklärt die Enteignung von Immobilienkonzernen zur Bedingung für die Regierungsbeteiligung in Berlin. Das sieht die SPD anders.

Krise der Demokratie: AfD-Wählen als Triebabfuhr

Egal, was passiert, es spielt den Rechtsextremen in die Hände. Warum? Weil es nicht um die Sache geht, sondern um einen Bruch, der Macht verleiht.

Proxied content from gemini://taz.de/%216203408 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/%216203408
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.