taz.de -- Waldbrand in Washington: Flammen zerstören Teile der US-Großstadt Spokane

Ein Waldbrand im Nordwesten der USA hat bereits hunderte Häuser in der Stadt Spokane zerstört. Zehntausende Menschen mussten den Ort verlassen.

Bild: Ein durch einen Waldbrand zerstörtes Motorrad in Spokane, Washington

afp | Ein sich [1][rasch ausbreitender Waldbrand] hat die Großstadt Spokane im Nordwesten der USA erreicht und tausende Menschen zur Flucht gezwungen. Am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) fraßen sich die Flammen durch die 230.000-Einwohner-Stadt im Bundesstaat Washington und zerstörten hunderte Gebäude. In einigen Teilen der Stadt seien Häuser und Bäume regelrecht explodiert, berichtete die Zeitung The Spokesman-Review. Dichter Rauch lag über der Stadt. Einwohner flohen in langen Autoschlangen.

In manchen Vierteln blieben nur noch die Schornsteine von Häusern übrig, wie auf Bildern zu sehen war, die der örtliche Fernsehsender KXLY im Onlinedienst X veröffentlichte. Demnach wurden mindestens 600 Gebäude zerstört oder beschädigt. Laut dem Nachrichtensender CNN wurden mindestens 2.180 Hektar Fläche zerstört.

Für mehrere nördliche Viertel der Stadt war am Samstag die höchste Evakuierungswarnstufe ausgerufen worden, verbunden mit dem Aufruf „Sofort verlassen“. Der Gouverneur von Washington, Bob Ferguson, rief angesichts [2][einer der schwersten Waldbrandsaisons] seit Beginn der Aufzeichnungen den Notstand aus.

Der als Old-Trails-Feuer bezeichnete Brand hatte sich am Samstagnachmittag (Ortszeit) über das Ufer des Flusses Spokane River und somit auf das Stadtgebiet ausgebreitet. Verletzte wurden nach Angaben der Stadt zunächst nicht gemeldet. Für die Evakuierten wurde im Kongresszentrum von Spokane eine Notunterkunft eingerichtet. Die Nationalgarde des Bundesstaats erklärte, sie mobilisiere „mit Hochdruck“ Einsatzkräfte zur Unterstützung der Stadt.

„Wenn die Sonne untergeht und wieder aufgeht, werden wir schockiert sein“, hatte Generalmajor Gent Welsh bei einer Pressekonferenz mit Blick auf die erwarteten Schäden gesagt.

Im gesamten Bundesstaat Washington brannten nach Angaben des Gouverneursbüros zwölf große Feuer auf einer Gesamtfläche von mehr als 80.900 Hektar. Washington erlebt das vierte Dürrejahr in Folge – so viele hintereinander wie noch nie.

„Unsere Rekorddürre und die starken Winde schaffen im gesamten Bundesstaat gefährliche Bedingungen“, erklärte Gouverneur Ferguson. In Washington wurde der Notstand ausgerufen, bis Ende September sind die meisten offenen Feuer und das Verbrennen landwirtschaftlicher Abfälle untersagt.

Der Nationale Wetterdienst hatte für den Osten Washingtons zuvor [3][wegen der extremen Brandgefahr] eine Warnung vor einer „besonders gefährlichen Lage“ ausgegeben. „Dieses Jahr gehört schon jetzt zu den arbeitsreichsten Waldbrandjahren seit Beginn der Aufzeichnungen – und der August hat gerade erst begonnen“, erklärte der für die öffentlichen Ländereien zuständige Behördenleiter Dave Upthegrove.

3 Aug 2026

[1] /Regeneration-nach-Waldbraenden/!6182265

[2] /Klimawandel-in-Russland/!6198624

[3] /Feuergewitter-in-Suedwestfrankreich/!6200035

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