taz.de -- Berliner Badegewässer: Saugwürmer im Schlachtensee

Das erste Hitzwochenende ist da und alle Berliner Badegewässer sind freigegeben. Doch Zerkarien und Blaualgen können zum Problem werden.

Bild: Besser nicht ins Wasser fallen: Stand-up-Paddler am Schlachtensee

dpa | Wassertemperaturen um die 20 Grad und sauberes Wasser: Berlins Badegewässer wie Müggelsee, Havel oder Wannsee laden an den erwarteten heißen Tagen wieder zum Abkühlen ein. Alle 39 ausgewiesenen Badestellen sind nach aktuellen Angaben der Gesundheitsverwaltung zum Baden geeignet.

Allerdings liegen dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) derzeit Meldungen über Zerkarien vor. Das sind die Larven von bestimmten Saugwürmern, die sich in die Haut des Menschen bohren und einen Juckreiz oder auch einen allergischen Hautausschlag verursachen können.

„Dem Lageso liegen bislang für 2026 nur sehr wenige Zerkarienmeldungen vor, dafür verhältnismäßig früh im Jahr“, teilte Sprecherin Stephanie Reisinger der Deutschen Presse-Agentur mit. Demnach gingen Meldungen zum Jungfernheideteich, zum Teufelssee und zum Schlachtensee ein.

„Das Wasser einiger Gewässer hat sich in diesem Jahr sehr früh erwärmt, wodurch Zerkarien bereits Ende Mai/Anfang Juni ausgeschwärmt sein können. In den letzten Jahren erhielten wir Zerkarienmeldungen eher Mitte Juni bis Mitte Juli“, erklärte die Sprecherin.

Das Auftreten und Ausschwärmen von Zerkarien sei zeitlich begrenzt und nicht vorhersehbar. Eine Überprüfung sei nach eingegangenen Meldungen nicht zielführend, da die Zerkarien nach wenigen Tagen bereits nicht mehr im Gewässer auffindbar seien.

Laut Lageso werden die Badestellen in der Hauptstadt während der Badesaison regelmäßig untersucht. Grundlage sind mikrobiologische Messungen, insbesondere zu Keimen wie Escherichia coli und Enterokokken, die Hinweise auf mögliche Verunreinigungen geben. Laut Lageso-Sprecherin erfüllen alle ausgewiesenen Badestellen nach den letzten Messungen die Anforderungen für eine ausgezeichnete Badegewässerqualität. Die Messungen finden demnach weiterhin regelmäßig in 14-tägigen Abständen statt.

Vorsicht bei Hitze und Starkregen

Allerdings kann sich die Wasserqualität kurzfristig verändern, etwa nach starken Regenfällen oder bei hohen Temperaturen. Dann können vereinzelt Belastungen auftreten oder sich Blaualgen vermehren.

Mit steigenden Wassertemperaturen und bei gutem Lichtangebot nimmt laut Lageso das Algenwachstum zu, wodurch die Sichttiefen eingeschränkt werden. Das wiederum kann Rettungsmaßnahmen behindern. Eingeschränkte Sichttiefen wurden demnach am Dämeritzsee (0,7 Meter) und der Badestelle Schmöckwitz/Dahme (0,8 Meter) gemessen. Alle anderen Badestellen weisen ausreichende bis sehr hohe Sichttiefen (über drei Meter) auf.

Die Badesaison in Berlin läuft traditionell von Mitte Mai bis Mitte September. In dieser Zeit werden die Gewässer in regelmäßigen Abständen kontrolliert, um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten.

19 Jun 2026

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