taz.de -- Reaktionen auf Marco Rubios Auftritt: Glückliche Vasallen in der Festung Europa

Der US-Außenminister will Ungarn näher an die USA binden und verkauft auf der MSC in München das Trump-Programm. Europas Eliten freuen sich darüber.

Bild: Rede von Marco Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz: Seine Weiterreise nach Ungarn wundert kaum

Europas [1][Wunsch nach Eigenständigkeit] hat eine erstaunlich kurze Halbwertszeit. Anders kann man die Reaktion auf Rubios Auftritt auf der Sicherheitskonferenz (MSC) am Samstag kaum deuten. Der US-Außenminister vertrat da in etwas weicheren Worten jene Forderungen, [2][die Vizepräsident J. D. Vance ein Jahr zuvor propagiert hatte.]

Die USA unter Trump sehen sich nach wie vor [3][verbunden mit Europa], wobei sie Europa aber als weißes, christliches Zivilisationsprojekt sehen. Trotz vieler historischer Ausschweifungen ist von der Aufklärung keine Rede, die Sorge um die Klimakrise watscht Rubio als „Kult“ ab.

Rubio nennt Europas Mächtigen quasi die Bedingungen, unter denen sie sich nach wie vor [4][als Vasallen den USA unterordnen dürfen] – und die im Raum Versammelten quittieren das mit stehenden Ovationen. Es ist im Grunde das Programm, das auch die Identitären und Rechtsextremen in Europa vertreten.

Da wundert es kaum, dass Rubio weiterreist nach Ungarn, das den US-Rechten schon lange als Projektion für ihre ethnischen und kulturellen Reinheitsfantasien dient. Die Ankündigung verstärkter Energiepartnerschaften mit Viktor Orbán zeigt, dass die USA trotz aller Putin-Großmacht-Kumpelei ihre eigenen Interessen in Osteuropa auch auf Kosten Russlands durchsetzen wollen. Die US-Botschaft an Ungarn ist diese: Löst euch energetisch und politisch von Russland und kommt lieber auf unsere Seite.

Ein ähnlicher Trend lässt sich auch in anderen Teilen Europas beobachten. Dort hat Brüssel Tür und Tor geöffnet [5][für die Neofaschistin Giorgia Meloni], die sich im Gegenzug der Westbindung verschrieben hat. Auch in Frankreich bereitet Jordan Bardella den Rassemblement National für eine europäische Zusammenarbeit vor, etwa indem er offen die prorussischen Positionen in seiner Partei kritisiert.

Ein Weg, der auch Orbán offen stehen dürfte. Festung Europa nach Außen, Militarisierung und Faschisierung im Inneren – so klappt es in Brüssel doch noch mit dem glücklichen Vasallentum.

16 Feb 2026

[1] /Abhaengig-von-den-USA/!6151012

[2] /Muenchner-Sicherheitskonferenz/!6154819

[3] /EU-und-USA/!t6154687

[4] /Muenchner-Sicherheitskonferenz/!6151092

[5] /Justizumbau-in-Italien/!6153872

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Leon Holly

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