Die EU-Kommission hält das App-Design von Tiktok für gefährlich und erkennt Suchtrisiken. EU-Gesetzen entsprechend sieht sie nun die Plattform in der Pflicht.
Bild: Tiktok: Die Kommission kritisierte Funktionen wie unendliches Scrollen, das automatische Abspielen von Inhalten, Push-Benachrichtigungen sowie das personalisierte Empfehlungssystem
Brüsselkna | Die EU-Kommission wirft Tiktok vor, Nutzer durch das Design der App süchtig zu machen. Die App verstoße damit gegen das Gesetz über digitale Dienste, stellte die Kommission am Freitag in Brüssel vorläufig fest und forderte grundlegende Änderungen. Tiktok kann nun darauf reagieren. Bestätigt sich die Auffassung, drohen dem chinesischen Konzern Geldstrafen.
Die Kommission kritisierte Funktionen wie unendliches Scrollen, das automatische Abspielen von Inhalten, Push-Benachrichtigungen sowie das personalisierte Empfehlungssystem. Solche Funktionen mit andauernden neuen Inhalten verstärkten bei den Nutzern, dass das Gehirn in einen „Autopilot-Modus“ gerate. Dies könne zu zwanghaftem Verhalten führen und die Selbstkontrolle der User beeinträchtigen.
Die Kommission kommt vorläufig zu dem Schluss, Tiktok berücksichtige nicht genug, inwiefern solche Funktionen dem [1][körperlichen und geistigen Wohlbefinden der Nutzer schaden] können, insbesondere Kindern und schutzbedürftigen Erwachsenen. Bisherige Maßnahmen gegen Suchtrisiken, etwa zur Regulierung der Bildschirmzeit und zur Kindersicherung, reichen der Kommission nicht aus. Tiktok vernachlässige beispielsweise, wie viel Zeit [2][Minderjährige nachts mit der App verbringen oder wie häufig die App geöffnet wird].
Teil eines größeren Verfahrens gegen Tiktok
Die vorläufigen Ergebnisse der Kommission sind Teil eines größeren Verfahrens gegen Tiktok, das im Februar 2024 eingeleitet wurde. Damit wird geprüft, ob die App das EU-Gesetz über digitale Dienste (engl. [3][Digital Services Act]) einhält. Unter anderem geht es darum, ob die Plattform Kindern und Jugendlichen ausreichend Privatsphäre, Schutz und Sicherheit gewährleistet.
Das Gesetz über digitale Dienste ist das zentrale EU-Gesetz zur Plattformregulierung. Es verpflichtet große Onlineplattformen, Risiken, die mit ihren Angeboten einhergehen, zu prüfen und von sich aus so gut wie möglich zu begrenzen. „Der Digital Services Act macht Plattformen verantwortlich für die Auswirkungen, die sie auf ihre Nutzer haben können“, sagte die EU-Kommissarin für Digitales, Henna Virkkunen.
6 Feb 2026
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[3] /Digital-Services-Act/!5846955
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