taz.de -- Kryptowährungen brechen ein: Bitcoin fällt unter 80.000 Dollar
Nach Trumps Nominierung des neuen Kopfes der Federal Reserve gerät der Kryptomarkt unter Druck. Auch Edelmetalle wie Gold und Silber fallen im Kurs.
Bild: So niedrig wie gerade war der Bitcoin-Kurs zuletzt Ende März 2024
reuters/taz | Der Kurs der Kryptowährung Bitcoin hat am Samstag seine Talfahrt fortgesetzt und ist unter die Marke von 80.000 US-Dollar gefallen. Die weltweit größte Kryptowährung verbilligte sich am Abend um 6,5 Prozent auf 78.720 Dollar. Auch die zweitgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung Ether geriet unter Druck. Sie verbilligte sich um fast zwölf Prozent auf 2.388 US-Dollar.
Bereits am Freitag war der Bitcoin-Kurs auf 81.104 US-Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit dem 21. November 2025 gefallen. Er fiel über das Wochenende weiter und notierte mit unter 79.000 US-Dollar so niedrig wie zuletzt Ende März 2025.
Als Belastung erwies sich zuletzt der starke Dollar. Die US-Währung hatte zugelegt, nachdem der frühere Notenbanker [1][Kevin Warsh als neuer Chef der Federal Reserve] von US-Präsident Donald Trump nominiert worden war. Marktteilnehmer befürchten, dass er die Geldmenge im Finanzsystem verknappen könnte.
Auch Gold- und Silberpreis geht runter
Kryptowährungen tun sich seit dem Einbruch im vergangenen Jahr schwer, eine klare Richtung zu finden. Sie wurden von den starken Kursgewinnen bei Gold und Aktien abgehängt. Seit seinem Rekordhoch im Oktober hat Bitcoin rund ein Drittel seines Wertes verloren. Damit entwickeln sich die Kurse anders als von manchen Anlegern erhofft, die unter US-Präsident Donald Trump auf eine krypto-freundliche Regulierung gesetzt hatten.
Auch die [2][Kurse von Gold und Silber,] die zuletzt stark gestiegen waren, gaben nach der Nominierung von Kevin Warsh zum neuen Fed-Chef deutlich nach. Viele Anleger gehen davon aus, dass seine eher restriktive Geldpolitik den US-Dollar stärken dürfte, was wiederum die Preise von Vermögenswerten wie Edelmetallen unter Druck setzt.
1 Feb 2026
LINKS
[1] /Nominierung-fuer-Vorsitz-der-US-Notenbank/!6150079
[2] /Gold-auf-Allzeithoch/!6144903
ARTIKEL ZUM THEMA
Cybersicherheit: Europol zerschlägt Geldwäsche-Dienst für Kryptowährungen
Internationale Ermittler haben einen großen Dienst für Geldwäsche von Kryptowerten zerschlagen. Beteiligt war auch das LKA in Nordrhein-Westfalen.
Kapitalertragssteuer – oder was?: Da freut sich die Bitcoin-Gemeinde
Die Bundesregierung erwägt, Krypto-Finanzanlagen anders zu besteuern. Grüne und Linke bringen Initiativen in den Bundestag ein.
Bitcoin-Erfinder: Kein Blick hinter die Maske
Textanalyse und ein „Verdächtiger“, der sich eben verdächtig bewegt. Die Suche der „NYT“ nach dem Erfinder der Bitcoin beruht vor allem auf Bauchgefühl.
Nominierter neuer Fed-Chef: Keine Angst vor Warsh
Die Börsen bleiben angesichts der neuen Personalie gelassen. Denn der mögliche neue Fed-Chef ist kein allmächtiger Zinszar.
Gold auf Allzeithoch: Laut Experten treibt vor allem die Lage in Iran den Goldpreis
Der Goldpreis erreicht fast 4.600 US-Dollar je Feinunze. Experten sehen politische Unsicherheiten und den Streit um die US-Notenbank als Hauptgründe.
Bonusfolge von Stranger Things?: Lukratives Spiel mit der Hoffnung
Was der Hype um eine vermeintliche Bonus-Episode mit Marktmanipulation zu tun hat. Oder wie nennen wir’s, wenn 15 Millionen Dollar umgesetzt werden?
Schulfach Wirtschaft: Makroökonomie muss in den Lehrplan
Schulden werden verteufelt, Sparen gilt als Tugend – dabei ist das ein Trugschluss. Warum wir schon im Matheunterricht davon lernen sollten.