taz.de -- Drohende Überflutung von Tuvalu: Erste Klima-Migranten aus Inselstaat in Australien gelandet
Der Inselstaat Tuvalu ist eins der vom Klimawandel am stärksten betroffenen Länder der Welt. Die ersten Einwohner wandern deshalb nach Australien aus.
Bild: Tuvalu gilt als eines der am stärksten vom Klimawandel und dem Anstieg des Meeresspiegels bedrohten Länder der Welt
rtr | Angesichts des drohenden Untergangs ihrer Heimat durch den ansteigenden Meeresspiegel sind die ersten Klima-Migranten aus dem [1][pazifischen Inselstaat Tuvalu] in Australien eingetroffen. Ihre Einreise erfolgt im Rahmen eines vor zwei Jahren geschlossenen Abkommens zwischen den beiden Ländern, das den Bewohnern des niedrig gelegenen Atolls eine neue Heimat bieten soll, teilten australische Regierungsvertreter am Donnerstag mit. Tuvalu gilt als eines der am stärksten vom Klimawandel und dem Anstieg des Meeresspiegels bedrohten Länder der Welt.
Mehr als ein Drittel der 11.000 Einwohner Tuvalus hatte sich für ein entsprechendes Klima-Visum beworben. Um eine Abwanderung von Fachkräften zu verhindern, ist die Aufnahme jedoch auf 280 Visa pro Jahr begrenzt. Unter den ersten ausgewählten Migranten befinden sich den Angaben zufolge die erste Gabelstaplerfahrerin Tuvalus, eine Zahnärztin und ein Pastor.
Wissenschaftlern der US-Raumfahrtbehörde Nasa zufolge werden bis 2050 tägliche Gezeiten die Hälfte des Hauptatolls Funafuti überfluten, auf dem 60 Prozent der Bevölkerung leben. Das Visum biete „Mobilität in Würde“, indem es den Menschen aus Tuvalu die Möglichkeit gebe, in Australien zu leben, zu studieren und zu arbeiten, während die [2][Auswirkungen des Klimas] schlimmer werden, erklärte die australische Außenministerin Penny Wong. Die Migranten sollen dabei unterstützt werden, sich in Melbourne, Adelaide und im Bundesstaat Queensland niederzulassen.
Die Regierung von Tuvalu bemüht sich zugleich, die kulturelle Verbindung zur Heimat aufrechtzuerhalten. Ministerpräsident Feleti Teo hatte die tuvaluische Gemeinschaft in [3][Australien] bereits besucht, um die Bedeutung der kulturellen Bande über die Grenzen hinweg zu betonen. Die Zahnärztin Masina Matolu, die mit ihrer Familie nach Darwin im Norden Australiens ziehen wird, sagte: „Ich kann alles, was ich in Australien neu lerne, immer in meine Heimatkultur zurückbringen, um einfach zu helfen.“
11 Dec 2025
LINKS
[1] /Klimavisa-fuer-Tuvaluer/!6103705
[2] /Chemiefabrik-im-Verdacht/!6135658
[3] /Australien/!6136596
Tuvalu
Australien
Schwerpunkt Klimawandel
Migration
Erderwärmung
ARTIKEL ZUM THEMA
Social-Media-Verbot für Jugendliche: Australiens Experiment an Heranwachsenden
Australien verbietet Minderjährigen den Zugang zu Social-Media-Plattformen. Die werden das Verbot umgehen – und sind so größeren Gefahren ausgesetzt.
Olivenöl aus Österreich: Österreich wird Ölstaat
In Kroatien wird es für manche Olivensorten zu heiß. Weiter nördlich dafür gerade heiß genug, zum Beispiel in der Alpenrepublik.
Klimavisa für Tuvaluer: Die Vertreibung aus dem Inselparadies – mit geopolitischen Folgen
Dem Inselstaat Tuvalu im Pazifik droht binnen weniger Jahrzehnte der Untergang. Rund 80 Prozent der Bevölkerung haben nun ein Visum für Australien beantragt.