taz.de -- Golfstaaten-Treffen in Katar: Israel schießt sich ins Abseits
Der Angriff auf führende Hamas-Funktionäre löste Alarm in der gesamten Golfregion aus. Die Sorge vor weiteren israelischen Angriffen ist groß.
Bild: Nach Israels Attacke auf das Hamas-Hauptquartier in Katar kommen Delegierte aus den Golfstaaten in Doha zu einem Sondergipfel
Wenige Tage nach dem israelischen Angriff auf die im Exil lebende Führung der Hamas in Katar treffen sich Delegationen aus arabischen muslimischen Staaten, um eine Resolution gegen einen weiteren Fall von israelischem Staatsterrorismus auszuarbeiten. Der von Regierungschef Benjamin Netanjahu befohlene [2][Angriff] hat einen dramatischen Paradigmenwechsel in der Region ausgelöst.
Der kaltblütige [3][Mordversuch an der Verhandlungsdelegation der Hamas in Doha] hat Verbündete dazu veranlasst, auf Abstand zu den Abraham Accords zu gehen. So auch die Vereinigten Arabischen Emirate, die das Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen vor fünf Jahren unterzeichneten. Die Delegationen in Doha zielen auf eine regionale kollektive Antwort. Denn der Angriff in Katar zeigt, dass kein Land in der Region sicher ist vor einem Angriff aus Israel.
Längst geht es nicht mehr nur um die systematisch von Israel vorangetriebene [4][ethnische Säuberung im Gazastreifen], sondern um die eigene Sicherheit. Netanjahu ist die Schaffung eines Großisraels und eine Dominanz über die Nachbarstaaten wichtiger als regionale Kooperation. Auch die noch immer in den Händen der Islamisten befindlichen [5][Geiseln] scheinen dem israelischen Regierungschef vollkommen egal zu sein.
Europa macht sich am völkerrechtswidrigen Vorgehen der israelischen Armee durch die eigene Tatenlosigkeit mitschuldig. Stattdessen ist zielführendes kollektives Handeln westlicher und arabischer Staaten nötig gegen die Schaffung eines Großisraels. Nach der [6][UN-Vollversammlung] wird eine noch deutlichere Mehrheit der Mitgliedstaaten Palästina anerkennen.
Sollte der Westen dann immer noch auf die Abraham Accords, die Normalisierung der Beziehungen weiterer arabischer Staaten zu Israel setzen, macht er sich zum Gespött der Weltgemeinschaft. Spätestens seit dem Angriff in Katar sollte kein Zweifel mehr bestehen: Netanjahu pfeift auf internationale Abkommen.
14 Sep 2025
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[2] /Angriff-auf-die-Hamas-in-Katar/!6113153
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[6] /Bei-naechster-UN-Vollversammlung/!6107903
AUTOREN
Mirco Keilberth
Schwerpunkt Nahost-Konflikt
Katar
Hamas
Israelische Armee
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