taz.de -- Abschiebungen nach Afghanistan: Zurück ins Taliban-Land

Innenminister Dobrindt schickt 81 Afghanen mit dem ersten Abschiebeflug seiner Amtszeit in ihr Herkunftsland – mithilfe von Katar.

Bild: Ausgeflogen von Qatar Airways: Deutschland brauchte für die Abschiebungen Katars Kontakte zu den Taliban

Berlin(dpa) | – Bei den von Leipzig aus abgeschobenen 81 Afghanen handelt es sich nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt um „schwere und schwerste Straftäter“. Das sagte der CSU-Politiker im ARD-„Morgenmagazin“. Für solche Abschiebungen gebe es „ein ganz berechtigtes Interesse der Bürgerinnen und Bürger.“ Die Rückführung kam seinen Angaben zufolge mit Hilfe des Golfemirats Katar und über „technische Kontakte“ mit Afghanistan zustande. Der Flug geht demnach direkt nach Afghanistan.

Dobrindt bekräftigte, dass [1][aus seiner Sicht Gespräche mit den Taliban nötig] sind: „Wenn man auch daran denkt, dass wir in der Zukunft weiterhin [2][Abschiebungen nach Afghanistan] ermöglichen wollen, dann muss man eben auch diese Kontakte haben, muss man diese Gespräche führen. Das ist unterhalb der diplomatischen Beziehungen, aber diese Gespräche werden geführt werden müssen“, sagte er.

Deutschland unterhält zu den islamistischen Taliban in Kabul keine diplomatischen Beziehungen. Die Gruppe ist insbesondere wegen ihrer Missachtung von Menschen- und [3][vor allem Frauenrechten] international isoliert. Man erkenne das Regime nicht als rechtmäßige Regierung an, hatte Außenminister Johann Wadephul (CDU) zuletzt gesagt.

18 Jul 2025

[1] /Migrations-Debatte-Dobrindt-will-Gespraeche-mit-der-Taliban/!6094906

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