taz.de -- iOS-Update behebt Ortsdaten-Speicherung: Apple weiß nicht mehr, wo du bist

Apple reagiert auf Kritik: Das Unternehmen gibt eine Software-Aktualisierung heraus, mit der die Besitzer eines iPhones oder iPads die Speicherung von Ortsdaten verhindern können.

Bild: Surfen ohne beobachtet zu werden.

CUPERTINO/BERLIN dpa | Der US-Computerkonzern Apple hat am Mittwoch eine Software-Aktualisierung freigegeben, um das Problem der [1][Sammlung von Standortdaten] der Handynutzer zu lösen. Mit dem Update sollen die Geräte weniger Daten von WLan-Knoten und Funkzellen speichern.

Der kalifornische Hersteller war in die [2][Kritik von Datenschützern] geraten, weil das iPhone sowie iPad-Tablets mit Sim-Karte fortlaufend die Koordinaten der verbundenen Funkzellen gespeichert hatten. Die Ortsinformationen wurden auch unverschlüsselt auf den PC übertragen und konnten dort ausgelesen werden. Apple sprach von einem Software-Fehler und beteuerte, die Daten seien nicht ans Unternehmen übertragen worden.

Der Konzern hatte angesichts drohender Sammelklagen in den USA eingeräumte, dass seine Mobiltelefone Daten über den Standort erfassen und auch unverschlüsselt auf das zugehörige Computersystem iTunes übertragen. Zugleich bestritt das Unternehmen aber, die Daten seiner Kunden auszuspähen.

Apple hatte die Sammlung der Ortsdaten auf dem iPhone und iPad damit begründet, die Positionsbestimmung für Kartenanwendungen und andere ortsbezogene Dienste beschleunigen und verbessern zu wollen. "Apple verfolgt nicht den Aufenthalt Ihres iPhones", betonte das Unternehmen. "Apple hat dies nie getan und hat keinerlei Pläne, dies jemals zu tun."

Mit dem nun veröffentlichten Update auf die Systemversion 4.3.3 will Apple die Größe des Datei mit den Ortsdaten reduzieren. Zudem würden die Informationen bei der Synchronisierung nicht mehr auf den PC übertragen, erklärte das Unternehmen. Außerdem könnten Anwender die Speicherung auf dem Mobilgerät selbst komplett unterbinden: "Der Zwischenspeicher wird vollständig gelöscht, sobald die Ortungsdienste abgeschaltet sind", erklärte Apple.

Das Update ist über iTunes verfügbar. Nutzer müssen dafür ihr mobiles Gerät an den PC anschließen und die Synchronisierung starten.

Die Speicherung der Ortsdaten war in Deutschland bei dem für Apple Deutschland zuständigen Datenschutzbeauftragten Bayerns, Thomas Kranig, auf Unverständnis gestoßen. Kranig hatte Apple eine Frist bis zum 10. Mai gesetzt, um zu erklären, was das Unternehmen mit den Daten seiner Kunden mache.

5 May 2011

[1] http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/apple-speichert-wo-du-bist/

[2] http://www.taz.de/1/netz/netzoekonomie/artikel/1/google-und-apple-sollen-liefern/

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