taz.de -- WM im Radcross: Phänomen im Gelände

Fem van Empel ist erst 21 Jahre alt und nun schon zum zweiten Mal Weltmeisterin im Cyclocross. Bald will sie auch auf der Staße durchstarten.

Bild: Triumphfahrt einer Unerreichbaren: Fem van Empel kurz vor dem Ziel in Tabor

Berlintaz | Fem van Empel ist ein Phänomen. Niemand fährt so geschickt und schnell mit dem Rad über Wiesen und Felder. Und so hat sich wirklich niemand gewundert dass die Niederländerin am Samstag [1][im tschechischen Tabor] Weltmeisterin im Cyclocross geworden ist. Dabei ist sie erst 21 Jahre alt und könnte noch bei den Juniorinnen an den Start gehen.

Und nun hat sie schon zum zweiten Mal den Titel in der Eliteklasse gewonnen. So wie sie seit fast zwei Jahren eigentlich immer gewinnt, wenn sie an den Start geht. Von 20 Rennen, bei denen sie in diesem Winter an den Start gegangen ist, hat sie 18 gewonnen. Klar, Europameisterin ist sie auch. Wer sonst?

Lucinda Brand vielleicht, ihre Landsfrau. Die war die letzte Weltmeisterin, bevor van Empel die Bühne der besten Matschradlerinnen betreten hat. Sie hatte keine Chance am Samstag und war dennoch stolz auf sich. „Ich bin die Beste vom Rest“, meinte sie.

Eigentlich sei Gewinnen das Schönste, aber angesichts von van Empels Überlegenheit sei Silber eben auch nicht zu verachten. Das Rennen um den Platz hinter der schon kurz nach dem Start unerreichbaren van Empel war bis zur letzten Runde offen. Am Ende setzte sich Brand dabei auf der vom starken Regen der vergangenen Tage arg aufgeweichten Strecke vor Puck Pieterse durch, für die bei einem rein niederländischen Podium die Bronzemedaille blieb.

Van Empel war ziemlich cool in das Rennen gegangen. Nicht nur die Fans und Beobachterinnen erwarteten einen Sieg von ihr. Auch sie selbst ist wohl davon ausgegangen. „Wahrscheinlich war meine Mutter nervöser als ich“, sagte sie. Und so sei nach der Zieldurchfahrt keine Last von ihren Schultern gefallen. Der WM-Titel sei vielmehr so etwas wie das Sahnehäubchen auf eine herausragende Saison gewesen, sagte sie dem niederländischen Radsportportal [2][wielerflits.nl].

Ein Cross-Rennen wird van Empel in dieser Saison noch bestreiten. Dann beginnt für sie die Straßensaison. Da muss sie sich erst noch an die Weltelite herantasten. Wie sehr die kurzen und harten Belastungen im Gelände als Vorbereitung darauf taugen, wird man [3][bei den belgischen Frühjahrsklassikern] sehen können. Bei Gent-Wevelgem und der Flandern-Rundfahrt wird sie an den Start gegen. Sie hofft dabei, dass sie bis zum Finale der Rennen mithalten kann. Nach der Cross-Saison wird das sicher ein ungewohntes Gefühl. Sie sagt dazu: „Auf der Straße gibt es für mich noch viel zu entdecken.“

4 Feb 2024

[1] /Luthers-Vorlaeufer/!5033483

[2] https://www.wielerflits.nl/nieuws/fem-van-empel-haar-volgende-doel-ligt-op-de-weg-in-eendagskoersen-finale-rijden/

[3] /Radklassiker-in-Belgien/!5846756

AUTOREN

Andreas Rüttenauer

TAGS

Radsport

WM

Frauensport

ARTIKEL ZUM THEMA

Radfahren extrem: Querfeldein durch den Matsch

Beim Cyclocross geht es auf dem Rad durchs Gelände. Für Anu Haase und Silke Keil, gibt es nichts Schöneres, als im Winter durch den Matsch zu rasen.

Tour de France der Frauen: Reißzwecke als Notnagel

Wachablösung im Frauenradsport: Demi Vollering gewinnt die Tour de France Femmes. Damit distanziert sie die 40-jährige Annemiek van Vleuten.

Radcross-Fahrerin Stefanie Paul: Mit dem Rad durch den Schlamm

Nach 150 Siegen legt die Radcross-Fahrerin Stefanie Paul eine Pause ein. Aber die Seniorenweltmeisterschaften hat sie bereits im Blick.

Radklassiker in Belgien: Munter ins letzte Monument

Liane Lippert wurde bereits zwei Mal von Corona ausgebremst. Beim Radklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich zählt sie dennoch zu den Favoritinnen.

Proxied content from gemini://taz.de/WM-im-Radcross/%215987108 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/WM-im-Radcross/%215987108
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.