taz.de -- Vatikan und Homosexualität: Keine Segnung homosexueller Paare

Nach eigenen Angaben ist es der katholischen Kirche nicht möglich, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen – denn es durchkreuze die Pläne Gottes. Der Papst stimmte zu.

Bild: Unbefugt nach eigener Einschätzung: die katholische Kirche bei der Segnung homosexueller Paare

Romdpa | Die katholische Kirche ist nach eigener Einschätzung nicht befugt, homosexuelle Paare zu segnen. Das hat die Glaubenskongregation im Vatikan am Montag in einer sogenannten Responsum ad dubium (Antwort auf einen Zweifel) klargestellt. Papst Franziskus stimmte der Veröffentlichung zu. Hintergrund ist demnach, dass sich in einigen kirchlichen Bereichen „Projekte und Vorschläge“ verbreiten, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts zu segnen.

Segnungen menschlicher Beziehungen sind dem Schreiben zufolge nur möglich, wenn damit den Plänen Gottes gedient werde. „Aus diesem Grund ist es nicht erlaubt, Beziehungen oder selbst stabilen Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe (..) einschließen, wie dies bei Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts der Fall ist.“

Die Glaubenskongregation wies darauf hin, dass sich ihre Erklärung auf „die Wahrheit des liturgischen Ritus“ bezieht und keine Diskriminierung ist oder sein soll. Außerdem könne einzelnen Menschen mit homosexuellen Neigungen der Segen durchaus gespendet werden. [1][Unzulässig sei aber jede Segnungsform, die eine homosexuelle Partnerschaft anerkennt]. Die christliche Gemeinde sei dazu aufgerufen, Menschen mit homosexuellen Neigungen zu respektieren.

Hierzulande fordert unter anderem das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), Liebesbeziehungen von Homosexuellen zu segnen. In der evangelischen Kirche sind solche Segnungen schon weit verbreitet, vielerorts gibt es auch kirchliche Trauungen für Homosexuelle.

15 Mar 2021

[1] /Katholizismus-und-Homoehe/!5722993

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