taz.de -- Übergriffe in Köln an Silvester: Wohl weniger Polizisten als behauptet

In der Kölner Silvesternacht, bei der es zu sexuellen Übergriffen kam, waren weniger Polizisten vor Ort, als die Polizei angab. Es sollen 80 statt 140 gewesen sein.

Bild: 80 statt 140 Polizisten – kein Wunder, dass die Polizei überfordert war

Kölnafp | Zweieinhalb Monate nach den [1][Übergriffen in der Kölner Silvesternacht] hat [2][die Polizei] einem Zeitungsbericht zufolge ihre bisherigen Angaben über die Zahl der eingesetzten Beamten deutlich nach unten korrigiert. Bisher habe die Polizei angegeben, dass im Bereich des Bahnhofs über 140 Landespolizisten im Einsatz gewesen seien, tatsächlich seien es nach heutiger Kenntnis aber rund 60 Beamte weniger gewesen, [3][berichtet der Kölner Express].

Als Grund führte dem Blatt zufolge ein Sprecher der Polizei eine behördeninterne „Fehlinformation in der frühen Phase der Berichterstattung“ an. Es seien alle Kräfte der Bereitschaftspolizei und nicht alle eingesetzten Kräfte des Gesamteinsatzes am Bahnhof zusammengezogen worden. Statt über 140 seien also nur gut 80 Beamte vor Ort gewesen.

Nach Informationen des „Express“ ist auch diese Zahl nach Mitternacht wegen anderer Einsatzlagen in der Kölner Innenstadt noch einmal reduziert worden. Zum genauen Umfang wollte sich die Polizei demnach „aufgrund der anhängigen Strafermittlungsverfahren gegen eingesetzte Polizisten und Funktionsträger sowie den ehemaligen Polizeipräsidenten Wolfgang Albers“ nicht äußern.

In der Silvesternacht hatte es am Kölner Hauptbahnhof massenhafte sexuelle Übergriffe und Diebstähle gegeben. Die Polizei hatte die überwiegend [4][nordafrikanischen Tätern] zugeschriebenen Delikte nicht verhindern können.

17 Mar 2016

[1] /Uebergriffe-in-Koeln/!5263053

[2] /Kommentar-Koelner-Polizeiversagen/!5265127

[3] http://www.express.de/news/politik-und-wirtschaft/nur-80-beamte-im-einsatz--polizei-korrigiert-angaben-zur-koelner-silvesternacht--23738918

[4] /Koeln-und-sexualisierte-Gewalt-weltweit/!5266164

TAGS

Polizei

Sexualisierte Gewalt

Straftat

Köln

Silvester

ARTIKEL ZUM THEMA

Nach Übergriffen in der Silvesternacht: Schutzzone am Kölner Dom geplant

Köln will zeigen, dass es aus der letzten Silvesternacht gelernt hat. Absperrungen, mehr Polizei und eine bessere Beleuchtung sollen am kommenden Silvester vorbeugen.

Aufarbeitung Silvester-Übergriffe in Köln: „Ein neues Tatphänomen“

Der NRW-Innenminister Ralph Jäger gerät vor dem Untersuchungsausschuss zu Köln in Widersprüche. Gab es Vertuschungsversuche?

Polizei-Videos zu Silvester in Köln: Riskante Räumung

Neu aufgetauchte Polizei-Videos zeigen, dass der Einsatz chaotischer war als bisher angenommen. Teilweise standen wenige Polizisten einer dichten Menge gegenüber.

Umgang mit Übergriffen in Köln: Verharmlosung angeordnet?

Die Landespolizeibehörde soll darauf gedrungen haben, die Übergriffe der Silvesternacht abzuschwächen. Das Innenministerium bestreitet das.

Kritik-Video über Kölns Silvesternacht: „Domplatten Massaker“ gegen Täter

In einem neuen Video findet der Kölner Rapper Eko Fresh klare Worte zur Silvesternacht in Köln. Er richtet sich direkt an „seine Nordafrikaner“.

Leserinnen über sexuelle Übergriffe: Hey, lass das!

Vor Kurzem veröffentlichten wir Berichte unserer AutorInnen, in denen sie von sexueller Gewalt im Alltag erzählten. Seither haben uns viele Frauen geschrieben.

Fremdenfeindlichkeit: Rechte haben Oberwasser

Rechtsextreme planen im März eine Großdemonstration in Berlin. Gewalt gegen Flüchtlinge nimmt weiter zu. Am stärksten betroffen: Marzahn-Hellersdorf.

Köln und sexualisierte Gewalt weltweit: Der Grapscher in meinem Haus

Mit einem Text über Köln kann man sich nur unbeliebt machen. Unsere Autorin probiert es trotzdem: Sie ist mit einem „Nordafrikaner“ zusammen.

Asylbewerber in Dänemark: Kurse in Sexualmoral

Die Dänen verordnen den Neuankömmlingen einen speziellen Unterricht. Außerdem verlängert das Land Passkontrollen an der Grenze.

Kommentar Kölner Polizeiversagen: Eine Frage der politischen Hygiene

Das polizeiliche Desaster von Köln will keiner verantworten. De Maizière wird bleiben, Jäger auch. Eine andere muss um ihren Job fürchten.

Proxied content from gemini://taz.de/Uebergriffe-in-Koeln-an-Silvester/%215287653 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/Uebergriffe-in-Koeln-an-Silvester/%215287653
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.