taz.de -- NS-Verbrechen
Autor über Nazi-Verschwörung: „Naumann wurde niemals zur Verantwortung gezogen“
Goebbels’ Stellvertreter Werner Naumann baute nach 1945 mit NS-Kumpanen ein Netzwerk auf. Auch Hamburger waren an der Verschwörung beteiligt.
Rückkehr von NS-Opferdokumenten: Es bräuchte ein Gesetz gegen den verwerflichen Kommerz
Nach ihrer verhinderten Auktion kehrten nun private Kriegstagebücher und Briefe aus KZs an die Ursprungsorte der deutschen Verbrechen in Polen zurück.
Gedenken an Deportationen am Gleis 17: Der endgültige Übergang vom Recht ins Unrecht
Vor 85 Jahren verließ der erste Zug mit deportierten Juden den Bahnhof Berlin-Grunewald. In das Gedenken an die Schoah mischt sich die Furcht vor einem neuen Antisemitismus.
Frauen im KZ Ravensbrück: Widerstand auf allen Ebenen
Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand zeigt eine neue Ausstellung. Zu sehen sind Frauen, die im KZ Ravensbrück inhaftiert waren, sich den Nazis aber nicht beugten.
Ausstellung über jüdische Kunstsammler: Rekonstruktion eines Mosaiks
Das Bucerius Kunst Forum Hamburg hat vom NS-Staat geraubte Kunst jüdischer Familien rekonstruiert. Es versammelt sie zu einer historisch klugen Schau.
Roman von Shida Bazyar: Der Geist aus dem Off
Shida Bazyar verbindet in „Die Lücken“ deutsche Post-NS-Geschichte mit einer exiliranischen Perspektive auf die deutsche Gesellschaft.
Nach AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt: Bedrohte NS-Erinnerungsorte
Würde die AfD in Sachsen-Anhalt regieren, könnte sie die Kulturpolitik neu bestimmen – und NS-Erinnerungsorten die Finanzierung kürzen.
Neubaupläne vs. NS-Erbe: Reichenbunker statt NS-Bunker
Der Große Bunker unter Hitlers Neuer Reichskanzlei soll einem Neubau weichen, so will es auch Senator Gaebler. Der Verein Berliner Unterwelten will das verhindern.
Zum Tod von Reinhard Strecker: Der unbequeme Aufdecker
Als Student jagte Reinhard Strecker ehemaligen NS-Richtern hinterher – und stieß damit auf heftigen Widerstand. Nun ist er mit 95 Jahren gestorben.
Museumspädagogin über Cap Arcona: „In der Bucht wurden 4.000 Tote angeschwemmt“
Beim Beschuss der „Cap Arcona“ 1945 starben Tausende KZ-Häftlinge in der Lübecker Bucht. Ein kleines Museum in Neustadt hält die Erinnerung wach.
Studie über Gestapo Bremen: „ Die Bereitschaft zur Denunziation war generell groß“
Die Gestapo rekrutierte in Bremen Personal und Zuträger*innen aus der Mitte der Gesellschaft. Wie sie funktionierte, hat Anna Leinen erforscht.
Koloniale und NS-belastete Straßennamen: Erinnerungspolitischer Straßenkampf
Im Hamburger Bezirk Harburg blockieren CDU, AfD, FDP und fraktionslose SPDler die Umbenennung von Straßennamen – obwohl Studien Verstrickungen belegen.
Forscher über NS-Zeit in Osnabrück: „Die Geschichte musste erst wachgeküsst werden“
Historiker Željko Dragić sucht weltweit nach Nachkommen der Inhaftierten eines Osnabrücker Kriegsgefangenenlagers. Heute öffnen ihm viele ihre Türen.
NS-Wachmann im Visier: Späte Verfolgung von Nazi-Verbrechen in Ostwestfalen
Bis zu 70.000 Todesopfer: Die Staatsanwaltschaft Dortmund bestätigt Ermittlungen im Zusammenhang mit Verbrechen im NS-Kriegsgefangenenlager Senne.
NS-Geschichte in Cannes: Der Urgroßvater, ein Nazi-Kollaborateur
Ein Mann mit Ambitionen dient sich dem Vichy-Regime an. Der Schauspieler Swann Arnaud trägt den Film „Notre Salut“ mit verkniffenem Blick.
„Arisierung“ und Zwangsarbeit: Salamander tiefer in NS-Unrecht verstrickt als bekannt
Ein Gutachten hat die Tätigkeit des Schuhherstellers während des Nazi-Regimes untersucht. Der Heimatort des früheren Bosses diskutiert dessen Ehrenbürgerwürde.
Spielfilm „Nürnberg“ im Kino: Im Angesicht des Bösen
Zwischen Hollywood-Pathos und Erkenntnisinteresse widmet sich James Vanderbilt in „Nürnberg“ den Prozessen von 1945/46. Er entwickelt eine überraschende Wucht.
Chronist über HSV in der NS-Zeit: „Fast alle HSV-Funktionäre waren in der NSDAP“
Der HSV hat sich dem NS-Regime gern angedient. Werner Skrentnys neues Buch „Die Raute unterm Hakenkreuz“ bietet auch bislang unbekannte Geschichten.
Entschädigung für Nazi-Verbrechen: Der Kampf um Gerechtigkeit fürs Massaker von Distomo
Italiens Oberster Gerichtshof bekräftigt die Möglichkeit ausländischer Nazi-Opfer, in Italien zu klagen und deutsches Eigentum zu pfänden.
SchülerInnen machen NS-Ausstellung: Lehrstunde mit Hélène Fauriat
Wo NS-Zwangsarbeiter schufteten, entsteht in Schönefeld ein Gymnasium. Schüler:innen sind der Sache nachgegangen – daraus wurde eine Ausstellung.
Buch über Erinnerungskultur in Spanien: Erinnern, um zu vergessen
Spanien tut sich schwer mit dem Erbe der Franco-Diktatur. Thomas Stölting plädiert für ein Ende des Schweigens und eine produktive Erinnerungskultur.
Historiker über NS-Todesmärsche: „Eins der größten Verbrechen der NS-Endphase“
Anfang 1945 wurden KZ-Häftlinge auf „Todesmärsche“ gezwungen. In Schleswig-Holstein führten sie zur „Cap Arcona“, die durch britische Bomber sank.
Mordvorwurf gegen Wachmann: Der letzte Beschuldigte
Mehr als 20.000 Kriegsgefangene kamen im NS-Lager Hemer einst zu Tode. Gegen den ehemaligen Wachmann E. wird nun ermittelt. Doch die Zeit ist knapp.
Neues Buch von Judith Hermann: „Die Leerstelle ist nicht beschreibbar“
Judith Hermann hat die Spurensuche nach ihrem Großvater, der bei der Waffen-SS war, verschriftlicht. Wie schreibt man über das Schweigen in der eigenen Familie?
Theaterstück über Arisierung: Raubgutlisten, unerträglich lang
Das Stück „Raub. Verladene Erinnerungen“ am Theater Bremen spürt dokumentarisch und schonungslos dem Kriegsgewinnler Kühne + Nagel nach.
Bank Credit Suisse: Hinweise auf Hunderte Konten mit Nazibezug
Im US-Senat findet eine Anhörung zur Nazivergangenheit der Credit Suisse statt. Der Vorwurf: Knapp 900 Konten sollen Nazi-Verbindungen aufgewiesen haben.
Psychologe über Euthanasie in Hamburg: „Sie wussten, was sie taten“
Menschen mit Behinderung wurden von Alsterdorf in KZs geschickt. Michael Wunder sollte die NS-Verbrechen aufarbeiten. Warum das Jahrzehnte dauerte.
Diskussion über NS-Straßenname: Varel kommt nicht aus der Kriegsverbrecher-Sackgasse
In der Tradition der NS-Propaganda heißt in Varel bis heute eine Straße nach Friedrich Bonte. Die Grünen wollen das ändern, die anderen nicht.
Gedenk-Bloggerin über NS-Täterschaft: „Leute ab 35 fühlen sich beim Thema Wehrmacht angegriffen“
Susanne Siegert spricht auf Insta und Tiktok über NS-Geschichte. Sie fordert, zur eigenen Familie und Tatorten in der Nachbarschaft zu recherchieren.
Historiker über NS-Täter nach der Tat: „Sie hatten klare Exit-Strategien“
Sich noch schnell reinwaschen: Der Historiker David Reinicke untersucht, wie sich NS-Täter für die Nachkriegsprozesse vorbereiteten.
Neue Deportationsfotos entdeckt: Ein neuer Beweis – es geschah vor aller Augen
Forschende haben erstmals Fotos einer Deportation der NS-Zeit aus Hamburg identifiziert. Sie beweisen einmal mehr, dass dies vor aller Augen geschah.
Autor Dinić über die Shoah in Serbien: „Ich will ideologische Kontinuitäten aufzeigen“
Marko Dinić' „Buch der Gesichter“ spielt 1942, als die Nazis Serbien für „judenfrei“ erklärten. Ein Roman über Traditionen von Gewalt und Verblendung.
Film über Josef Mengele: Sein Hund hört ihm noch zu
Kirill Serebrennikow versucht in seinem Film „Das Verschwinden des Josef Mengele“ das Porträt eines NS-Täters zu zeichnen. Erkenntnisse zu Mengeles Haltung liefert er kaum.
Kirche wird Ausstellungsort: Eine Heimstatt für die Verfemten
Mit „Parabel“ hat Sammlerin Maike Bruhns den ersten Ort für Hamburger verfemte Kunst eröffnet. Die aktuelle Schau zeigt auch KZ-Häftlingszeichnungen.
Peter-Weiss-Aufführung in Stuttgart: Die Hölle kannte weder Maß noch Verhältnis
Das Schauspiel Stuttgart führt im Landtag von Baden-Württemberg Peter Weiss’ „Die Ermittlung“ auf – und versetzt das Publikum in Fassungslosigkeit.
Zeitzeuge Stanisław Zalewski: Er sabotierte die Autos der Nazis
Der ehemalige Mechaniker Stanisław Zalewski überlebte drei Konzentrationslager. Nun wird er 100 und noch immer sucht er als Zeitzeuge das Gespräch.
Historische Synagoge in München: Wiedereröffnet unter Merz-Tränen
Die 1931 erbaute Münchner Synagoge ist nach der Restaurierung eröffnet worden. Als der Bundeskanzler über den Holocaust spricht, bricht seine Stimme.
Der Hausbesuch: Leben, überleben, weiterleben
Sie heilte nicht nur Krankheiten, sondern auch die Schrecken der Geschichte. Zu Besuch bei Annemarie Gerson in Wuppertal.
Holocaust-Überlebender über sein Leben: „Auschwitz gibt dir einen Schlag mit dem Holzhammer“
Der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg spricht über die NS-Zeit und warum er sein Bundesverdienstkreuz zurückgegeben hat. Ein Besuch bei dem 100-Jährigen.
Aufarbeitung der NS-Verbrechen: Die banale Brutalität der Paragrafen
Vor 60 Jahren endete der Frankfurter Auschwitz-Prozess. Er schrieb Geschichte, aber zugleich ließen Justiz und Politik viele NS-Täter davonkommen.
Österreich arbeitet NS-Zeit auf: Schluss mit den braunen Geschichten
Österreich ringt mit der NS-Vergangenheit: In Braunau wird das Hitler-Geburtshaus zur Polizeistation, Städte wollen Straßennamen umbenennen. Reicht das?
Fußball in der NS-Zeit: Bälle, Tore, Superjuden
Eine Ausstellung in Rendsburg befasst sich mit jüdischen Spuren und Einflüssen im Fußball. Es geht ums Sichtbarmachen jüdischer Identitäten im Sport.
Radio Dreyeckland gewinnt gegen Behörde: Freies Radio informierte über verschleppte NS-Aufarbeitung
Das Verfahren gegen den Freiburger Radiosender wegen eines NS-Features ist eingestellt. Aber wird Erinnerung heute noch gewürdigt – oder lieber zensiert?
Aufarbeitung von NS-Verbrechen: Mit 60 Litern Benzin zur Synagoge
Zwei Historiker rekonstruieren den Brandanschlag auf die Erfurter Synagoge von 1938. Sie stoßen auf neue Beteiligten. Dessen 90-jähriger Sohn läuft Sturm.
Bachmannwettbewerb in Österreich: Endlich Pfeffer
Am zweiten Tag des Klagenfurter Wettlesens um den Bachmannpreis nimmt die Qualität der Texte spürbar zu. Erste Favorit: innen treten auf den Plan.
Gedenken an polnische NS-Opfer: Wir brauchen bessere Gedenkarbeit
Das Gedenken an die polnischen Opfer des Zweiten Weltkrieges schreitet im Deutschlandtempo voran. Ein provisorisches Denkmal kann nur ein Anfang sein.
„Gewalt ausstellen“ im DHM in Berlin: Als Europa sich ein Bild machte
Schon bald nach 1945 versuchten Ausstellungen, die NS-Verbrechen greifbar zu machen. Das Deutsche Historische Museum erinnert an sie.
Verpflichtende KZ-Besuche in der Schule: Erinnern geht nur inklusiv
Karin Priens Vorstoß für mehr NS-Bildung an Schulen ist ein richtiger Impuls. Einen wichtigen Aspekt lässt sie dabei allerdings völlig außer Acht.
Margot Friedländer verstorben: „Ich sage, seid Menschen!“
Margot Friedländer hat das Ghetto Theresienstadt, Zwangsarbeit und Hunger überlebt. Bis zu ihrem Tod setzte sie sich unermüdlich für die Erinnerung ein.
Resitution aus Wolfenbüttel: Überleben in Büchern
Die Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel überprüfte ihre Bestände auf NS-Raubgut und gab nun einige Bände jüdischer Sammler zurück.