taz.de -- Ministertreffen am Gründonnerstag: Starmer ruft zum Gipfel über Straße von Hormus
35 Länder sollen auf Vorschlag Großbritanniens über Maßnahmen gegen Irans Blockade der Straße von Hormus beraten. Auch Deutschland nimmt teil.
Bild: Starmer ruft zum Hormus Gipfel auf
Auf einer Ministerkonferernz am Donnerstag wollen 35 westliche Staaten über die Öffnung der Straße von Hormus beraten, deren seit über vier Wochen andauernde Schließung durch Iran die Weltwirtschaft in eine Krise gestürzt hat. Großbritanniens Premierminister Keir Starmer kündigte das virtuelle Treffen „über maritime Sicherheit im Golf“ am Mittwoch [1][auf einer Pressekonferenz] in London an. Es soll von Außenministerin Yvette Cooper geleitet werden. Da noch in der Nacht zu Donnerstag US-Präsident Donald Trump eine als wichtig gewertete Erklärung zum Irankrieg abgeben will, kommt diesem Treffen möglicherweise eine besondere Bedeutung zu.
„Wir werden alle machbaren diplomatischen und politischen Maßnahmen prüfen, die wir treffen können, um die Freiheit der Meere wiederherzustellen, die Sicherheit blockierter Schiffe und Seeleute zu garantieren und die Bewegung lebenswichtiger Güter wieder aufzunehmen“, [2][sagte Starmer]. „Nach dem Treffen werden wir auch unsere Militärplaner zusammenrufen, um zu sehen, wie wir unsere Fähigkeiten bündeln und die Straße nach Ende der Kampfhandlungen zugänglich und sicher machen können.“
US-Präsident Donald Trump hat bereits Tausende Marinesoldaten im Konfliktgebiet zusammengezogen. Er will Iran zwingen, die Sperrung der Straße von Hormus wieder aufzuheben – sie verhindert den Export von Öl und Flüssiggas aus den Golfstaaten in Höhe von etwa einem Fünftel der Weltproduktion. Bislang lehnen es europäische Länder ab, sich an militärischen Aktionen der USA zur Beendigung der Blockade zu beteiligen.
Am Mittwoch drohte Trump auf sozialen Medien Iran erneut. Iran habe um eine Feuerpause gebeten, aber das werde er erst prüfen, nachdem die Straße von Hormus wieder offen sei, schrieb er. Bis dahin werde man Iran ins „Nichts“ bomben.
Emirate wünschen sich Militäraktion
Laut Wall Street Journal wünschen sich die Vereinigten Arabischen Emirate eine internationale Militäraktion, um die an der westlichen Einfahrt zur Straße von Hormus liegende Insel Abu Musa zu besetzen. Sie wird von Iran kontrolliert, aber von den Emiraten beansprucht. Die Emirate sind als einziges Land des Nahen Ostens Teil des von Starmer angekündigten Treffens, an dem auch Deutschland sowie weitere europäische Länder teilnehmen werden, dazu unter anderem Kanada, Australien und Japan.
Derweil rief die EU-Kommission die Europäer dazu auf, sich auf eine längere Energiekrise einzustellen. Die Menschen sollten wieder mehr von zu Hause arbeiten und den Flug- und Autoverkehr einschränken, [3][zitierte die Webseite Politico] am Mittwoch EU-Energiekommissar Dan Jørgensen.
1 Apr 2026
LINKS
[1] https://www.gov.uk/government/speeches/pm-remarks-1-april-2026
[2] https://www.gov.uk/government/speeches/pm-remarks-1-april-2026
[3] https://www.politico.eu/article/europeans-urged-to-work-from-home-and-drive-less-as-eu-warns-of-long-crisis/
AUTOREN
Dominic Johnson
Schwerpunkt Iran-Krieg
Straße von Hormus
Donald Trump
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