taz.de -- Midterms in den USA: Noch eine Klatsche für Trump
Auch die Gouverneurswahl im US-Bundesstaat Arizona ist entschieden: Die Demokratin Katie Hobbs gewinnt gegen die Trump-Kandidatin Kari Lake.
Bild: Hat sich durchgesetzt: Demokratin Katie Hobbs wird Arizonas nächste Gouverneurin
Los Angelesafp | Die von Ex-US-Präsident Donald Trump unterstützte Kandidatin Kari Lake hat die Gouverneurswahl im Bundesstaat Arizona laut Medienberichten gegen die Demokratin Katie Hobbs verloren. Hobbs setzte sich nach einem knappen Rennen gegen ihre republikanische Rivalin durch, wie die US-Sender CNN und NBC am Montag (Ortszeit) meldeten.
Der bisherige republikanische Gouverneur Doug Ducey konnte wegen einer Amtszeitbegrenzung nicht mehr antreten. Arizona gilt in den USA als umkämpfter Staat, der sich von einer einst republikanischen Hochburg mehr und mehr zugunsten der Demokraten gewandelt hat.
„Die Demokratie ist das Warten wert“, schrieb Hobbs auf [1][Twitter] mit Blick auf die tagelange Stimmauszählung nach der Wahl am vergangenen Dienstag. „Danke, Arizona. Ich fühle mich so geehrt und bin so stolz, eure nächste Gouverneurin zu sein.“
Lake ist eine eingefleischte Trump-Anhängerin. Die frühere TV-Nachrichtensprecherin äußert wie ihr Mentor regelmäßig Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Präsidentschaftswahl 2020.
Auch die Hochrechnungen der TV-Sender zur Gouverneurswahl in Arizona zog Lake in Zweifel. Die Menschen in dem Bundesstaat ließen sich nicht hinters Licht führen, schrieb sie auf [2][Twitter]. „Leute in Arizona erkennen Bullshit, wenn sie ihn sehen“, schrieb sie wörtlich. Donald Trump erhob auf seiner Onlineplattform Truth Social Betrugsvorwürfe. „Sie haben Kari Lake gerade die Wahl weggenommen. Es ist wirklich schlimm da draußen“, schrieb er.
Bei den Kongress- und Gouverneurswahlen am vergangenen Dienstag hatten mehrere von Trump unterstützte Kandidaten [3][Wahlniederlagen einstecken] müssen, was die Position des 76-Jährigen innerhalb seiner Partei kurz vor der erwarteten [4][Bekanntgabe] seiner erneuten Präsidentschaftskandidatur geschwächt hat.
15 Nov 2022
LINKS
[1] https://twitter.com/katiehobbs/status/1592343416981303296?s=20&t=vMlai74dRX10NPtcX4Kgsw
[2] https://twitter.com/KariLake/status/1592358184207151106
[3] /Zwischenwahlen-in-den-USA/!5890638
[4] /Halbzeitwahlen-in-den-USA/!5890588
USA
Arizona
Midterm elections
Republikaner
US-Demokraten
Donald Trump
GNS
ARTIKEL ZUM THEMA
US-Präsidentschaftskandidatur 2024: Musk für DeSantis, Trump gegen Ye
Elon Musk hat vor, Floridas Gouverneur Ron DeSantis im Fall einer Kandidatur zu unterstützen. Dagegen holte sich Rapper Kanye West eine Abfuhr beim Ex-Präsidenten.
Zwischenwahl in den USA: Besser gleich Micky Maus wählen
Nur zwei Parteien zur Wahl reichten unserer Autorin nicht, um sich auf den Weg zur Urne zu machen. Sie hätte sich mindestens eine dritte Option gewünscht.
die erklärung: Wie wird man ihn los?
Die US-Halbzeitwahlen sind überraschend zum Desaster für die Republikaner geworden. Einfach wird eine Neuausrichtung nicht.
US-Republikaner*innen nach den Midterms: Hauen und Stechen bei Konservativen
Auch bei der Gouverneurswahl in Arizona unterliegt eine Trump-Kandidatin. In der republikanischen Fraktion im Repräsentantenhaus herrscht Machtkampf.
US-Republikaner nach den Midterms: Vorsicht mit dem Wunschdenken!
Nach dem unerwartet schwachen Abschneiden der Republikaner bei den Midterms reden viele das Ende der Ära Trump herbei. Doch das ist verfrüht.
Zwischenwahlen in den USA: Rechte Enttäuschung
Noch sind nicht alle Stimmen gezählt, doch es zeichnet sich ab: Die Republikaner haben weniger Zugewinne als erwartet.
Midterms in den USA: Keine „rote Welle“ in den USA
Die Republikaner*innen übernehmen vermutlich die Kontrolle des Repräsentantenhauses, aber knapp. Der Ausgang der Senatswahlen ist weiter offen.