taz.de -- Matthias Helferich bleibt in AfD: Der freundliche Nationalsozialist

Die AfD in NRW wollte den ultrarechten Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich aus der Partei werfen. Das Schiedsgericht der Partei räumt das Verfahren ab.

Bild: Die hässliche Fratze des Nationalsozialismus in der AfD

afd/dpa/taz | Der wegen seiner Äußerungen zum Nationalsozialismus umstrittene AfD-Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich darf in seiner Partei bleiben, das entschied das Bundesschiedsgericht der AfD bereits vergangene Woche. Es hob damit die frühere Entscheidung des Landesschiedsgerichts in Nordrhein-Westfalen auf, einem Antrag der dortigen AfD auf Parteiausschluss von Helferich zu folgen. Stattdessen wird Helferich lediglich für sechs Monate von der Ausübung von Parteiämtern ausgeschlossen.

Der Landesvorstand der Rechtsaußenpartei in Nordrhein-Westfalen hatte seinen Antrag auf Parteiausschluss 2024 damit begründet, dass Helferich „in schwerwiegender Weise“ gegen das Grundgesetz verstoßen habe. Der AfD-Politiker habe „die Außerlandesbringung von deutschen Staatsbürgern mit Migrationshintergrund unter Anwendung staatlicher Zwangsmittel als politische Zielstellung artikuliert und die Betroffenen dabei als ‚Viecher‘ adressiert“.

Im Juli 2025 entschied das Landesschiedsgericht in Düsseldorf, dem Antrag zu folgen. Hauptvorwurf war, den Slogan „Raus mit die Viecher“ mit dem Begriff „Remigration“ verknüpft zu haben.

Offener Nationalsozialismus in der AfD

Das Bundesschiedsgericht urteilte nun, der Landesvorstand mache es sich „zu einfach“, wenn er aus der Veröffentlichung mit den Kommentaren „Super“ und „Remigration“ eine verfassungsfeindliche Äußerung ableiten wolle. „Eine Gleichsetzung, die so weit geht, dass den Menschen das Menschsein abgesprochen werden soll, sodass die Menschenwürde abgesprochen wird, kann die Kammer in dem Post nicht erkennen.“ Ein Parteiausschluss erscheine „als ultima ratio für Fehlverhalten als unverhältnismäßig“.

Helferich warf dem [1][AfD-Vorstand in NRW] vor, „das Instrument des Parteiausschlussverfahrens missbraucht“ zu haben, „um zu versuchen, einen innerparteilichen Konkurrenten auszuschalten“. Die „unsägliche Hatz“ auf ihn sei nun „beendet“, sagte er am Donnerstag der Welt.

Helferich war 2021 als AfD-Kandidat in den Bundestag gewählt worden. Nach AfD-interner Kritik an seinen Äußerungen zum Nationalsozialismus verzichtete er aber damals auf eine Mitgliedschaft und blieb als Fraktionsloser im Parlament. 2017 hatte er sich in einem nichtöffentlichen Facebook-Chat als [2][„das freundliche Gesicht des NS“] bezeichnet. Im Februar nahm ihn die AfD-Fraktion bei ihrer konstituierenden Sitzung in die Fraktion auf.

3 Jul 2026

[1] /AfD-Ausschlussverfahren-gegen-Helferich/!6010203

[2] /AfD-mit-Helferich-und-Krah/!6068620

TAGS

Schwerpunkt AfD

Schwerpunkt Antifa

Schwerpunkt Nationalsozialismus

AfD Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen

ARTIKEL ZUM THEMA

AfD-Parteiausschluss gescheitert: Auch ein freundlicher Nazi ist ein Nazi

Matthias Helferich, selbst ernanntes „freundliches Gesicht des NS“, darf in der AfD bleiben. Seine krassen Aussagen zeigen die völkische Seele der Partei.

AfD-Parteitag in Marl: Umsturz in Nordrhein-Westfalen knapp gescheitert

Der Kandidat des rechtsextremen Parteiflügel der AfD scheitert. Der wiedergewählte Landesparteichef geht die eigene Jugendorganisation hart an.

Bundesverfassungsschutz zu AfD: Keine Partei wie jede andere

Der Bundesverfassungsschutz stuft die AfD auf Bundesebene als gesichert rechtsextremistisch ein. Kommt nun das Verbot der Partei?

AfD mit Helferich und Krah: Das „freundliche Gesicht des NS“

Die Rechtsextremen im Bundestag haben sich konstituiert – sogar Ultraradikale wie Matthias Helferich und Maximilian Krah sind nun dabei.

Proxied content from gemini://taz.de/Matthias-Helferich-bleibt-in-AfD/%216193151 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/Matthias-Helferich-bleibt-in-AfD/%216193151
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.