taz.de -- Maritim-Hotelkette und AfD: Weniger rechte Räume

Die AfD wird künftig in den Häusern der Hotelkette Maritim keine Tagungsräume mehr bekommen. Nur der für April geplante AfD-Parteitag wird noch durchgeführt.

Bild: Einmal noch darf die AfD ihren Parteitag in einem Maritim-Hotel abhalten

Bad Salzuflendpa | Die Maritim Hotelkette will der AfD künftig keine Tagungsräume mehr zur Verfügung stellen. Die massiven Proteste gegen den bevorstehenden Bundesparteitag der rechtspopulistischen Partei im Kölner Maritim Hotel hätten das Unternehmen veranlasst, „sich deutlich von der aktuellen politischen Ausrichtung und Gesinnung der AfD zu distanzieren“, teilte die Hotelkette in einer Stellungnahme am Dienstag mit. „Deshalb werden die Maritim Hotels gegenwärtig keine weiteren Räumlichkeiten an die AfD vergeben.“

Der Parteitag wird aber wohl im Kölner Maritim stattfinden. Die Hotelkette habe der AfD angeboten, kostenfrei aus dem Vertrag zurückzutreten, sagte Geschäftsführer Gerd Prochaska laut Mitteilung.

Davon sei „bedauerlicherweise“ kein Gebrauch gemacht worden. „Nach eingehender juristischer Prüfung ist ein Zurücktreten seitens Maritim leider nicht möglich“, erklärte Prochaska.

Das Unternehmen hatte dem umstrittenen Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke zuvor ein Hausverbot für alle seine Hotels erteilt – und damit auch für den Bundesparteitag in Köln. In den vergangenen Wochen hatten Bündnisse, Prominente und Karnevalsstars Protest gegen den Parteitag im Kölner Maritim angemeldet. Von anderer Seite gab es nach Angaben des Betriebsrats sogar eine Todesdrohung gegen Mitarbeiter.

15 Feb 2017

TAGS

Maritim

Schwerpunkt AfD

Björn Höcke

Tagung

ARTIKEL ZUM THEMA

Extremismuskongress der AfD: Zurück im Maritim-Hotel

Die Maritim-Kette hat erklärt, keine Räume mehr an die AfD zu vergeben. Wie jetzt bekannt wurde, findet dort am Samstag aber ein Kongress der AfD-Fraktionen statt.

Petition der Woche: Köln gegen die AfD

Die AfD will im Kölner Maritim-Hotel im April ihren Parteitag abhalten. Eine Petition fordert die Hotelkette auf, den Vertrag zu kündigen.

AfD-Vorstand will Höcke ausschließen: Der Machtkampf ist eröffnet

Der AfD-Bundesvorstand startet ein Ausschlussverfahren gegen ihren Rechtsaußen Björn Höcke. Der Ausgang ist ungewiss.

Rechtsextremismusexperte über die AfD: „Eine Art politisches Chamäleon“

Ist die AfD rechtsextrem? Nicht in Gänze, sagt Alexander Häusler. Es gebe aber einige überzeugte Anhänger der völkisch-nationalistischen Rechten.

Protestbündnis gegen Bundesparteitag: Seit’ an Seit’ gegen die AfD

Gegen den Bundesparteitag der Alternative für Deutschland in Bremen demonstrieren die Gewerkschaften gemeinsam mit radikalen Linken.

Ukip-Chef Farage bei der AfD: Ungeliebter Gleichgesinnter bejubelt

In Köln spenden AfD-Anhänger heftigen Beifall für den britischen Rechtspopulisten und EU-Gegner Nigel Farage. Zum Leidwesen der Parteiführung.

Proxied content from gemini://taz.de/Maritim-Hotelkette-und-AfD/%215384793 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/Maritim-Hotelkette-und-AfD/%215384793
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.