taz.de -- Luftalarm in Lettland: Nato-Kampfjets schießen Drohne ab

Erneut dringt eine Drohne in den lettischen Luftraum ein – mutmaßlich infolge der elektronischen Kriegsführung Russlands. Die Letten sind alarmiert.

Bild: Teil der Nato Baltic Air Policing Mission: Eurofighter der italienischen Luftwaffe

dpa/taz | Eine Drohne ist in den lettischen Luftraum eingedrungen und von Nato-Kampfjets abgeschossen worden. Nach Militärangaben haben italienische Eurofighter das Flugobjekt vom Himmel geholt. Der zuvor ausgelöste Luftalarm für den baltischen Staat sei damit aufgehoben, teilte das lettische Militär in der Nacht zu Freitag mit. Die Streitkräfte hatten die Letten aufgerufen, sich nicht im Freien aufzuhalten und sich in Sicherheit zu bringen.

Das Militär machte zunächst keine genauen Angaben zur Herkunft des unbemannten Fluggeräts über der an Russland grenzenden Bezirksgemeinde Balvi. Die Armee sprach aber von einer ausländischen Drohne, die [1][infolge von Russlands elektronischer Kampfführung in den lettischen Luftraum geraten] sei. Damit lag der Schluss nahe, dass es sich um eine abgewehrte ukrainische Drohne gehandelt haben könnte.

Kyjiw hatte nach Angaben des lettischen Rundfunks in der Nacht Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen. Bereits Anfang Juni hatten Nato-Kampfjets über Lettland eine fehlgeleitete Drohne abgeschossen.

Wiederholte Vorfälle mit ukrainischen Drohnen

Im EU- und Nato-Staat Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern hat es [2][im Zuge des Ukraine-Krieges bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen] gegeben. Bei ukrainischen Angriffen waren mehrfach fehlgeleitete unbemannte Flugkörper, mit denen Kyjiw Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen hatte, in den lettischen Luftraum eingedrungen und abgestürzt.

Größere Schäden oder Verletzte gab es dabei nicht. Die Vorfälle lösten aber eine politische Krise in Lettland aus und führten zu einem Regierungswechsel. Die [3][neue Regierung] hatte kurz nach ihrem Amtsantritt Ende Mai ein Abkommen mit der Ukraine zu einer stärkeren Zusammenarbeit bei der Drohnenabwehr geschlossen.

Größere Nato-Staaten übernehmen im Baltikum abwechselnd die Luftraumüberwachung der Mitgliedsstaaten Estland, Litauen und Lettland, die keine eigenen Kampfjets besitzen. Die italienischen Kampfjets sind auf dem Militärflughafen Šiauliai in Litauen stationiert.

14 Aug 2026

[1] /Elektronische-Kriegsfuehrung/!6202895

[2] /Drohnenangriffe-in-baltischen-Staaten/!6191504

[3] /Lettlands-Ministerpraesident-ueber-Grenzen/!6190239

TAGS

Nato

Lettland

Schwerpunkt Krieg in der Ukraine

Drohnen

ARTIKEL ZUM THEMA

Ukrainekrieg: Nicht nachlassen, bitte

Die Ukraine braucht weiter militärische Unterstützung aus Europa – gerade weil die USA unzuverlässig geworden sind.

++ Nachrichten im Ukrainekrieg ++: Angriffe auf Moskau und Kyjiw

Hunderte ukrainische Drohnen treffen nach russischen Angaben Ziele in der Region Moskau. Raketen treffen Kyjiw. Nato-Kampfjet schießt Drohne über Rumänien ab.

Krieg in der Ukraine: Lawrow will weiter „zerstören“

Russland ist an einer Waffenruhe im Schwarzen Meer nicht interessiert. Im Gegenteil: Man werde die Kriegsmethoden „deutlich verschärfen“, so der Außenminister.

Elektronische Kriegsführung: Stören, verwirren, verunsichern

Drohnen von ihrer Route abkommen zu lassen, ist Teil der elektronischen Kriegsführung. Vor allem in den Staaten in der Grenzregion zu Russland.

Drohnenangriffe in baltischen Staaten: Fast täglich springen die Warn-Apps an

Drohneneinsätze sind Teil der elektronischen Kriegsführung Russlands. In den baltischen Staaten ist wohl auch in Zukunft damit zu rechnen.

Lettlands Ministerpräsident über Grenzen: „Wir müssen stark, geeint und widerstandsfähig sein“

Lettlands neuer Ministerpräsident heißt Andris Kulbergs. Er erklärt, weshalb die baltischen Staaten besser kooperieren sollten.

Proxied content from gemini://taz.de/Luftalarm-in-Lettland/%216204339 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/Luftalarm-in-Lettland/%216204339
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.