Die Grünen holen in Baden-Württemberg gegenüber der CDU auf. Viele Koalitionsoptionen gibt es nach der neuen Umfrage voraussichtlich nicht.
Bild: Hallo, hier bin ich! Cem Özdemir, Grünen-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg
Die erste Wählerbefragung seit drei Monaten bringt neuen Schwung in den Wahlkampf im Südwesten. Nach der Umfrage von Infratest dimap verkürzen die Grünen mit Spitzenkandidat [1][Cem Özdemir] ihren Rückstand auf die CDU um 3 Prozentpunkte und überholen die AfD, die 1 Prozentpunkt verliert. Die CDU liegt unverändert bei 29 Prozent, die Grünen nun bei 23 Prozent, die AfD mit 20 Prozent auf Platz drei.
Die SPD büßt der Umfrage zufolge an Zustimmung ein und käme auf nur noch 8 Prozent, ein Minus von 2 Prozentpunkten im Vergleich zur Umfrage im Oktober und ihr schlechtester jemals gemessener Wert in Baden-Württemberg. Die FDP läge weiterhin bei 5 Prozent und müsste um den Einzug in den Landtag zittern. Die Linke bleibt der Umfrage zufolge weiter stabil über der Fünfprozenthürde und könnte mit 7 Prozent erstmals in den Landtag einziehen.
Viele Koalitionsoptionen nach der Landtagswahl gäbe es nach diesen Zahlen nicht. Eine Mehrheit hätte nur eine Neuauflage der schwarz-grünen Koalition – allerdings diesmal mit CDU-Kandidat Manuel Hagel als Ministerpräsidenten. Für eine von Hagel favorisierte Koalition mit SPD und FDP würde es nach den aktuellen Zahlen nicht reichen. Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl im März 2021 hatten die Grünen 32,6 Prozent erreicht, die CDU kam auf 24,1 Prozent, die SPD auf 11, die FDP auf 10,5 und die AfD auf 9,7 Prozent.
[2][Doch der Wahlkampf bleibt weiterhin offen]. Bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten würden der Umfrage zufolge 39 Prozent Cem Özdemir wählen, nur 19 Prozent Manuel Hagel. Abgeschlagen auf Platz drei liegt der AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier, der angekündigt hat, nur als Ministerpräsident nach Stuttgart zu wechseln, ansonsten will er im Bundestag bleiben.
Erste Wahl nach neuem Wahlrecht
Bei der Frage, welche Partei die wichtigsten Aufgaben des Landes lösen kann, liegt die CDU mit 25 Prozent vor den Grünen mit 17 Prozent, die wiederum nur 1 Prozentpunkt besser abschneiden als die AfD. Zuletzt lagen die Grünen bei dieser Frage 2021 vorn.
Bei der Landtagswahl am 8. März gilt ein neues Wahlrecht, die Wähler haben das erste Mal zwei Stimmen wie bei der Bundestagswahl. Die Grünen fahren eine offensive Zweitstimmenkampagne, die ganz auf den Spitzenkandidaten zugeschnitten ist. Wie sich das veränderte Wahlrecht auf das Ergebnis auswirkt, gilt auch unter Experten als offen.
23 Jan 2026
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AUTOREN
Benno Stieber
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