taz.de -- Krieg zwischen den USA und Iran: Das Tauziehen zwischen Washington und Teheran geht weiter
Iran stellt eine Behörde zur dauerhaften Kontrolle der Straße von Hormus vor. Trump droht Teheran erneut mit vernichtenden Militärschlägen.
Bild: Die Straße von Hormus vor Bandar Abbas (Iran) am 1. Mai
Die Islamische Republik Iran treibt weiter eine Offizialisierung ihrer Kontrolle über die Straße von Hormus voran. Die vor einiger Zeit angekündigte „Persian Gulf Strait Authority“ (PGSA) – also eine iranische Behörde, mit der sich Schiffe zur Durchfahrt der Straße von Hormus koordinieren sollen – hat seit diesem Montag einen aktiven X-Account. Und stellt dort klar: Die Schifffahrt durch die Straße von Hormus setze „eine vollumfängliche Abstimmung“ mit der PSGA voraus, „eine Durchfahrt ohne Genehmigung gilt als rechtswidrig“.
Am selben Tag hat Pakistan Irans neueste Antwort im Rahmen der [1][andauernden Verhandlungen] mit den USA geteilt. Was genau darin steht, ist bislang nicht bekannt. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet aber mit Bezug auf eine Quelle in Iran: Teheran habe im jüngsten Vorschlag an die USA ein dauerhaftes Ende des Krieges sowie die Aufhebung der Sanktionen gefordert, einhergehend mit der Wiederöffnung der Straße von Hormus. Und die USA hätten sich verhandlungsbereit gezeigt.
Washington hatte bislang von Teheran unter anderem verlangt, dass es sein Nuklearprogramm abbaut und die Straße von Hormus wieder freigibt. Zumindest auf kommunikativer Ebene deutet die PGSA in eine andere Richtung.
Teheran wiederum fordert eine Ende der US-Blockade iranischer Häfen und dass der Krieg gegen Iran wie auch [2][im Libanon] eingestellt wird. Und dass es Reparationszahlungen für die Kriegsschäden erhält. Der Sender al-Arabija hingegen berichtet, Iran fordere statt Reparationszahlungen wirtschaftliche Konzessionen, also etwa ein Entgegenkommen bei den Sanktionen.
Trump eskaliert wieder rhetorisch – wie immer
Reuters schreibt mit Bezug auf eine Quelle in Iran: Washington habe bislang zugestimmt, 25 Prozent der iranischen Gelder im Rahmen eines stufenweisen Zeitplans freizugeben. Teheran hingegen habe die Freigabe sämtlicher Gelder durch die USA gefordert. Der Atomkomplex solle erst in einer späteren Phase des Deals erörtert werden.
Rhetorisch [3][setzt US-Präsident Donald Trump weiterhin auf Sturm]. Am Wochenende schrieb er auf seinem Netzwerk Truth Social: Die Zeit laufe ab, Iran solle sich besser „SCHNELL bewegen“ oder es werde nichts von ihm übrig bleiben. Allerdings sind solche eskalativen Bemerkungen seitens des US-Präsidenten mittlerweile quasi Alltag geworden.
Ein Ende der fragilen Waffenruhe steht tatsächlich weiter im Raum. Die Differenzen in den Verhandlungen zwischen Teheran und Washington sind weiter groß, hinzu kommen immer wieder Angriffe auf die arabischen Golfstaaten – etwa jüngst in Saudi-Arabien und den Emiraten. Iran selbst hatte die beiden Staaten bislang nicht beschuldigt. Analysten gehen aber davon aus, dass von Iran unterstützte Milizen die Drohnen abgeschossen hatten.
Hinzu kommen Truppenbewegungen: Nach einem Bericht von Reuters hat Pakistan 8.000 Soldaten, ein Luftabwehrsystem und Kampfflugzeuge nach Saudi-Arabien verlegt. Die beiden Staaten hatten im vergangenen Herbst einen Verteidigungspakt geschlossen. Verschiedene Open Source Intelligence-Accounts auf X berichten außerdem von vermehrten Flugbewegungen des US-Militärs in der Region; unabhängig belegen lässt sich das nicht.
Dem israelischen Sender Channel 13 sagte Trump: „Ich denke, die Iraner sollten Angst vor dem haben, was gerade vor sich geht.“
18 May 2026
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AUTOREN
Lisa Schneider
Schwerpunkt Iran-Krieg
Straße von Hormus
Verhandlungen
Donald Trump
Pakistan
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