taz.de -- Krieg zwischen Iran und USA: Neue Angriffe, neuer Stillstand

Die erneute militärischen Eskalation zwischen USA und Iran wirkt sich abermals auf den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus aus. Er kommt wieder zum Stillstand.

Bild: Der Schiffsverkehr durch ‌die Straße ‌von Hormus ist nach der jüngsten Eskalation wieder nahezu vollständig zum Stillstand gekommen

ap/rtr | Am Tag der Beisetzung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei hat die US-Armee ihre massive Angriffswelle gegen Iran fortgesetzt. In der Nacht zum Donnerstag nahm die US-Armee die zweite Nacht in Folge nach eigenen Angaben 90 militärische Ziele in Iran ins Visier. Teheran erklärte daraufhin, erneut US-Stützpunkte in der Golfregion angegriffen zu haben. Iranischen Behördenangaben zufolge wurden seit Mittwoch 14 Menschen durch die US-Angriffe getötet und Dutzende weitere verletzt.

Mit der zweiten Angriffswelle innerhalb von 24 Stunden wollten die USA die Fähigkeit Irans, „die Handelsschifffahrt und unschuldige zivile Seeleute in der Straße von Hormus anzugreifen, weiter schwächen“, erklärte das zuständige US-Regionalkommando Centcom. Es verwies dabei auf die jüngsten Angriffe auf Schiffe in der für den Welthandel wichtigen Meerenge, für die Washington die Führung in Teheran verantwortlich machte.

Allerdings ist der Schiffsverkehr durch ‌die Straße ‌von Hormus nach der jüngsten militärischen Eskalation nahezu vollständig zum Stillstand gekommen. Lediglich zwei Tanker passierten in den frühen Morgenstunden Schiffsdaten und Branchenkreisen zufolge die Meerenge. Dabei handelte es sich um den unter US-Sanktionen stehenden iranischen Rohölsupertanker „Berg 1“ sowie den unter der Flagge der Marshallinseln fahrenden Chemikalientanker „Well Sail“.

US-Präsident Donald Trump erklärte, die US-Angriffe seien Vergeltung für vorangegangene iranische Attacken auf Schiffe. „Wenn das noch einmal passiert, wird es noch viel schlimmer werden!“, drohte er in Onlinediensten.

Am Mittwoch hatte Trump am Rande des Nato-Gipfels in Ankara die mit Iran vereinbarte Feuerpause für beendet erklärt und neue Angriffe angeordnet. „Wir werden sie heute Nacht richtig hart treffen.“ Mit Blick auf die Waffenruhe erklärte er: „Was mich betrifft, ist sie vorbei.“ Zugleich ließ er die Tür für weitere Verhandlungen aber offen.

9 Jul 2026

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