taz.de -- Im Schatten der WM: Tausende Migranten in den USA festgenommen
Gastgeber USA erlebt ein Fußball-Sommermärchen. Und die Migrationsbehörde ICE nimmt allein in den vergangenen Tagen mehrere tausend Menschen fest.
Bild: Nutzen die WM: Beamte der Einwanderungsbehörde ICE im Einsatz
kna/taz | Während der Siegeszug der US-Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in den Vereinigten Staaten eine Welle der Euphorie auslöst, haben [1][die Migrationsbehörden offenbar ihre Anstrengungen erhöht]. Wie die New York Times berichtet, wurden in den vergangenen fünf Tagen mehr als 10.000 Menschen festgenommen.
Hintergrund seien gesteigerte Bemühungen der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE), die offenbar dazu dienen sollten, die Festnahmequoten zu erhöhen. Die Zahl der Inhaftierten in den ICE-Einrichtungen sei um fast 4.000 gestiegen und lag am Dienstag laut internen Unterlagen bei über 63.000 Personen, wie es heißt.
Wie die Zeitung unter Berufung auf vorliegende Dokumente weiter berichtet, hat die Führung der Behörde hochrangige ICE-Beamte angewiesen, die Arbeit ihrer Mitarbeiter verstärkt auf die Festnahme von Einwanderern zu konzentrieren, die abgeschoben werden sollen. ICE-Beamte hätten Personen bei der Einreise, bei den Einwanderungsbehörden, bei Verkehrskontrollen und auf der Straße festgenommen.
Festnahmen bei Einreise und auf der Straße
So habe sich die Zahl der Festnahmen im Vergleich zu den durchschnittlich 1.000 Festnahmen pro Tag zu Beginn dieses Jahres nahezu verdoppelt. Heimatschutzminister Markwayne Mullin setzt dabei anders als seine vor wenigen Monaten entlassene Vorgängerin Kristi Noem auf ein zurückhaltenderes Auftreten der ICE-Mitarbeiter.
Eine Sprecherin des Ministeriums für innere Sicherheit erklärte in einer Stellungnahme zu den neuen Zahlen: „Unsere Botschaft ist klar: Wenn Sie illegal in unser Land kommen, werden wir Sie finden, wir werden Sie festnehmen, und wir werden Sie abschieben.“
Erst vor wenigen Monaten hatte der Oberste Gerichtshof in zwei Urteilen entschieden, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump Asylsuchende an der Grenze abweisen kann. Hunderttausenden haitianischen und syrischen Einwanderern droht nun der Verlust des Abschiebeschutzes.
Es geht um den sogenannten temporären Schutzstatus, der Migranten ein zeitlich begrenztes Aufenthaltsrecht zugesteht. Laut Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen droht allein rund 300.000 haitianischen Migranten durch die Maßnahme eine Abschiebung.
2 Jul 2026
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