taz.de -- Coronapandemie in China: Chinas Industrie geschwächt

Die derzeitige Coronawelle in China schwächt die Industrie. Die Infektionswelle drückte auch die Nachfrage. Hersteller stehen unter Druck.

Bild: Zusteller entladen Pakete in einem Einkaufsviertel, trotz der Coronawelle

Pekingrtr/dpa | Die chinesische Industrie ist im Dezember wegen Produktionsstörungen aufgrund der ansteigenden Corona-Infektionen den fünften Monat in Folge geschrumpft. Die [1][Infektionswelle] drückte auch die Nachfrage. Der am Dienstag veröffentlichte offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (PMI) fiel im Dezember auf 49,0 von 49,4 im November.

Der Index liegt seit fünf Monaten in Folge unter der 50-Punkte-Marke, die Wachstum und Schrumpfung voneinander trennt. Der Wert war der niedrigste seit September, übertraf aber die Prognose der Analysten, die in einer Reuters-Umfrage mit 48,8 gerechnet hatten.

„Das Angebot nahm ab, die Gesamtnachfrage blieb schwach, die Auslandsnachfrage schrumpfte, die Beschäftigung verschlechterte sich, die Logistik lief schleppend, die Hersteller sahen sich einem wachsenden Druck auf ihre Rentabilität ausgesetzt, und die Einkaufsmengen sowie die Lagerbestände blieben niedrig“, fasste Wang Zhe, leitender Ökonom bei der Caixin Insight Group, die derzeitige Lage in China zusammen.

Während in den vergangenen Monaten vor allem Lockdowns und die Unwägbarkeiten der strikten Null-Covid-Politik für die Wirtschaftsschwäche in China verantwortlich waren, wurden die Geschäfte nun durch die hohen Infektionszahlen belastet.

China hatte seine strikten Coronamaßnahmen am 7. Dezember abrupt aufgehoben. Seitdem verbreitet sich das Virus rasant. Viele Metropolen glichen zeitweise Geisterstädten, weil etliche Menschen krank waren und andere aus Angst vor einer Ansteckung kaum noch aus dem Haus gingen. Krankenhäuser sind überfüllt und viele Krematorien können die Leichen nicht mehr schnell genug einäschern.

3 Jan 2023

[1] /Pandemiestrategie-in-China/!5901119

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