taz.de -- Brexit und die Europawahl: Donald Tusk heißt Briten willkommen
Die britischen Parlamentarier stimmen noch einmal über Änderungen des EU-Ausstiegs ab. EU-Ratspräsident Tusk stellt Aussicht auf eine Beteiligung an der Europawahl.
Bild: Blickt Richtung EU-Wahlen im Mai: EU-Ratspräsident Donald Tusk
Londonap | Trotz des geplanten Brexits hat sich EU-Ratspräsident Donald Tusk dafür ausgesprochen, die Briten bei der Europawahl im Mai willkommen zu heißen. „Sie fühlen sich möglicherweise nicht ausreichend im britischen Parlament repräsentiert, aber sie müssen sich durch Sie in dieser Kammer repräsentiert fühlen. Denn sie sind Europäer“, sagte Tusk am Mittwoch vor EU-Abgeordneten mit Blick auf jüngste Proteste und Petitionen von EU-Befürwortern im Vereinigten Königreich.
Es sei „inakzeptabel“ zu denken, dass Großbritannien nichts mit EU-Themen zu tun haben solle, weil das Land sich darauf vorbereitet, aus der Union auszuscheiden. „Sie können nicht sechs Millionen Menschen verraten, die eine Petition unterschrieben haben, um Artikel 50 zu widerrufen – eine Million, die für eine erneute Volksabstimmung auf die Straße gegangen sind, oder die wachsende Mehrheit, die in der Europäischen Union bleiben möchte.“
Die Europawahl findet Ende Mai statt. Falls die britischen Abgeordneten doch noch das Brexit-Abkommen von Premierministerin Theresa May mit der EU billigen, kann Großbritannien die Union unmittelbar vorher am 22. Mai geordnet verlassen.
Da sich dafür aber weiter [1][keine Mehrheit abzeichnet], werden die Londoner Parlamentarier am Mittwoch über eine Reihe unterschiedlicher Szenarien für den Austritt aus der EU beraten.
27 Mar 2019
LINKS
[1] /Brexit-Abstimmung-in-Grossbritannien/!5582907
Schwerpunkt Brexit
Schwerpunkt Europawahl
Großbritannien
EU-Austritt
ARTIKEL ZUM THEMA
Britischer Wahlkampf für Europawahlen: Die Stunde der Wutbürger
Gleich zwei britsiche Antisystemparteien hoffen bei der Europawahl auf einen Durchbruch – von rechts und von links. Ist das die Zukunft Europas?
Nordengland vor dem Brexit: Tristesse Royale im United Kingdom
Die Labour-Hochburgen im Norden haben mehrheitlich für den Brexit votiert. Die britische Linke ist weiterhin gespalten, wie sie damit umgehen soll.
Kommentar Brexit-Spiele im Unterhaus: Brexit-Soap, neue Staffel
Das britische Unterhaus reißt die Initiative an sich, um Alternativen zu Mays Brexit-Deal zu beraten. Aber was nützt das?
Brexit-Abstimmung in Großbritannien: Unterhaus entscheidet gegen May
Die britischen Abgeordneten erhöhen den Druck. Gegen den Willen der May-Regierung wollen sie nun selbst über Alternativen zum Brexit-Deal abstimmen.
Die Wahrheit: Schutzheilige des Brexits
Solange Knallchargen wie der Tory-Abgeordnete Daniel Hannan uns mit abstrusen Brexit-Ratschlägen beglücken, bleibt der EU-Austritt wenigstens unterhaltsam.
Brexit-Streit bei den Torys: Wer folgt auf Theresa May?
Die Premierministerin ist ausgebrannt, ihr Brexit-Kurs ist am Ende. Die Konservativen sondieren, wie eine Übergangsnachfolge aussehen könnte.