taz.de -- 7 Jahre für 7 Kilometer
Bis Tegel soll die Straßenbahnlinie M10 ab 2030 führen. Der Senat hat dafür nun die nächsten Planungsschritte beschlossen. Doch die brauchen Zeit.
Bild: Bis hierhin hat die M10 es mittlerweile geschafft – aber sie soll noch viel weiter rollen
Berlintaz | Die Tramlinie M10 soll künftig im Nordwesten bis zum Ex-Flughafen Tegel führen – allerdings sehr zukünftig: Zwar ist ist die weitere Planung des Projekts seit der Senatssitzung am Dienstag beschlossene Sache. Aber laut Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) werden die ersten Bahnen auf diesem Streckenabschnitt erst 2030 rollen. Das soll nichts mit Untätigkeit oder Abwarten zu tun haben, sondern mit den vorgegebenen Planungsschritten.
Die aktuell von der Warschauer Brücke in Friedrichshain [1][bis zur Moabiter Turmstraße] führende Linie soll über den U- und S-Bahnhof Jungfernheide und den U-Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz entlang der Autobahnen 100 und 111 zum Gelände der künftigen „Urban Tech Republic“ (URT) auf dem Exflughafen Tegel verlaufen. Weiter geht es über den Kurt-Schumacher-Damm bis zum dortigen U-Bahnhof der Linie 6. Der Abschnitt Turmstraße–Jungfernheide befindet sich bereits in der Planung, die nun zwischen Jungfernheide und Kurt-Schumacher-Platz neu zu planende Strecke ist 7 Kilometer lang.
Vorrangiges Ziel ist es, das Zukunftsprojekt der URT anzuschließen. Dort sollen rund 5.000 Wohnungen und 20.000 Arbeitsplätze in 800 Unternehmen entstehen. Außerdem soll auch die Hochschule für Technik, ehemals Beuth-Hochschule, dorthin ziehen. Schreiner berichtete nach der Senatssitzung, eine sogenannte Grundlagenermittlung habe ergeben, dass sich dieses künftig intensiv genutzte Gelände am besten mit der Straßenbahn erschließen lasse.
„Konservativ drei Jahre“
Dass es sieben Jahre dauern soll, bis die M10 über sieben Kilometer neue Schienen fahren wird, erklärte die Senatorin folgendermaßen: Auf Vorplanung und Entwurfsplanung und Bürgerbeteiligung folge das Planfeststellungsverfahren. „Dafür muss man konservativ gerechnet immer drei Jahre veranschlagen“, sagte sie. 2027 folge die Ausführungsplanung, 2028 die Ausschreibung der Arbeiten, bis dann zwei Jahre bis 2030 gebaut werde. „Alles, was wir parallel machen können, wird auch so gemacht, dass wir es schnellstmöglich hinkriegen“, so Schreiners Versprechen.
Verlängert werden soll die M10 auch in die andere Richtung: über die Oberbaumbrücke und quer durch den Görlitzer Park bis zu Hermannplatz. Dieses Projekt hat die Verkehrssenatorin jedoch nach ihrem Amtsantritt im Frühjahr 2023 auf den Prüfstand gestellt. [2][Wann, wie und vor allem wie schnell es damit weitergeht], ist im Augenblick unklar.
9 Jan 2024
LINKS
[1] /Verlaengerung-der-M10/!5955610
[2] /Verlaengerung-der-M10/!5963570
AUTOREN
Stefan Alberti
Manja Schreiner
Straßenbahn
Berlin-Tegel
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