taz.de -- Alle Artikel von Jens Balkenborg
Ukrainischer Film „Camouflage“: Sein Sakko gleitet wie ein schwarzer Vogel durch die Luft
In seinem Debütfilm „Camouflage“ zeigt der ukrainische Regisseur Mykyta Gibalenko die Ambivalenzen der Zugehörigkeit – sozialrealistisch und poetisch.
Actionfilm „Runner“: Kloppen war früher besser
Im Actionthriller „Runner“ gehen zwei ungleiche Kuriere auf gefährliche Mission. Der Film nimmt sich kaum ernst, ist nostalgisch und unterhaltsam.
Spielfilmdebüt „Der Heimatlose“: Manche Rolle spielt man unter Zwang
Kai Stänickes Spielfilm „Der Heimatlose“ erzählt von einer Rückkehr in die Fremde. Sein Regiedebüt ist ästhetisch erstaunlich konsequent gestaltet.
Film „Funeral Casino Blues“: Geister, die durch Bangkok driften
Im Spielfilm „Funeral Casino Blues“ wählt der Regisseur Roderick Warich einen formbewussten, offenen Ansatz. Assoziationen gehen bei ihm vor Action.
Horrorfilm „Nightborn“: Mütterliche Liebe kennt keine Grenzen
Das Neugeborene entwickelt ein bemerkenswertes Eigenleben. Regisseurin Hanna Bergholm dreht in ihrer schwarzen Komödie alle Horrorregler auf Anschlag.
Familiendrama „Wir glauben euch“: Ihre Augen und Mimik sind wie ein Buch
„Wir glauben euch“ von Charlotte Devillers und Arnaud Dufeys inszeniert einen Sorgerechtsstreit in Echtzeit. Der Film zeigt eine Familie im Ausnahmezustand.
Influencer-Comedy „Babystar“: Das ist schon nice
In seinem satirischen Spielfilm „Babystar“ zeigt Joscha Bongard eine Influencer-Familie der Hölle. Den kapitalistischen Oberflächenkult inszeniert er konsequent kalt.
Thriller „Der Tod wird kommen“: Sie mischt die machtverliebten Typen auf
Regisseur Christoph Hochhäusler schickt in seinem traditionsbewussten Thriller „Der Tod wird kommen“ eine Killerin auf Jagd in einem gesichtslosen Brüssel.
Film „Staatsschutz“ auf der Berlinale: Gegen die Ohnmacht und den Rechtsruck
Faraz Shariats Film „Staatsschutz“ (Panorama) erzählt von einer lesbischen Staatsanwältin. Mit Rechtsextremen hat sie nicht nur vor Gericht zu tun.
Debütfilm „Ich verstehe Ihren Unmut“: Sie scheint mit ihrer Arbeitsweste verwachsen
„Ich verstehe Ihren Unmut“ ist sozialrealistische Immersion par excellence, die schwer zu ertragen ist. Dies ist als Kompliment zu verstehen.
Film „Mother’s Baby“: Sie fremdelt mit dem unbekannten Wesen
Der Spielfilm „Mother’s Baby“ von Johanna Moder lässt den Kinderwunsch wie Horror erscheinen. Und bietet ein Beispiel für neue Mutterfiguren im Kino.
Sci-Fi-Film „Zone 3“: Jetzt ist die Demokratie in Gefahr
Der Regisseur Cédric Jimenez stellt in seinem Actionthriller „Zone 3“ handfeste Fragen zur Rolle von KI für die Politik. Optimistisch wirkt er nicht.
Guillermo del Toros „Frankenstein“: Der Schönling ist das Biest
Guillermo del Toro hat mit "Frankenstein" einen sehr teuren Film gedreht. Trotz Jacob Elordi als Monster wirkt der Film seltsam zusammengezimmert.
Film über Brandanschlag in Mölln: Den Opfern eine Plattform bieten
Der Dokumentarfilm „Die Möllner Briefe“ erzählt leise von rechtsextremistischer Gewalt. Und von Behörden, deren Verhalten rätselhaft erscheint.
Dokumentarfilm „Gaucho Gaucho“: Umgang mit Tieren und Lasso
Der Dokumentarfilm „Gaucho Gaucho“ von Michael Dweck und Gregory Kershaw zeigt die Cowboys Argentiniens. Er beobachtet in entschleunigten Bildern.
Düsterer Großstadt-Spielfilm: Zwischen Abschied und Entfremdung
„Der Kuss des Grashüpfers“, ein Film von Regisseur Elmar Imanov, erzählt mal realistisch, mal kafkafesk von sozialer Versehrtheit in der Großstadt.
Film über Verschwörungstheoretiker: Die Putzfrau ist ein „Repto“
Durchdringen noch möglich? In ihrem Dokumentarfilm „Soldaten des Lichts“ zeigen Julian Vogel und Johannes Büttner die Schwurblerszene in Deutschland.
Ruhrpott-Thriller „Frisch“ im Kino: Stadien kaputter Männlichkeit
Damian John Harpers Film „Frisch“ zeigt sicheres Gespür für düstere Atmosphären. Doch Genrefilme aus Deutschland finden oft schwer zu ihrem Publikum.
Spielfilm über Pflege der Eltern: Im Betreuungshamsterrad
„Zikaden“ von Ina Weisse ist ein Film der Zwischentöne, getragen von fantastischen Darstellerinnen. Für ihre Sehnsüchte lässt ihr Leben kaum Platz.
Banlieu-Filmtrilogie von Ladj Ly: Vertreibung aus dem Hochhaus
Regisseur Ladj Ly inszeniert mit seinem zweiten Banlieu-Film „Die Unerwünschten – Les Indésirables“ ein gesellschaftlich angespanntes Frankreich.