taz.de -- Nach Rekordprofiten: Grüne wollen fossile Konzerne zur Kasse bitten
BP, Shell und TotalEnergies haben ihre Profite über den Sommer vervielfacht. Die Grünen wollen dieses Geld für Klimaschutz und -anpassung abschöpfen.
Bild: Auch Ölkonzerne steigerten ihre Gewinne
Angesichts hoher Profite von Öl- und Gas-Unternehmen fordern die Grünen, die fossilen Gewinne der Unternehmen mit einer Klimaresilienz-Abgabe zu belegen. „Es muss unrentabel werden, in fossile Energieträger zu investieren“, sagt Lisa Badum, klimapolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag. Die Abgabe solle „die Macht der Konzerne verringern“.
Dank der [1][steigenden Preise fossiler Energie infolge des Irankriegs] hat der Öl- und Gas-Förderer [2][Shell] im dritten Quartal dieses Jahres mehr als 10 Milliarden US-Dollar Gewinn gemacht und seinen Profit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt. Ebenso verdoppelt hat seinen Gewinn TotalEnergies, der 8,3 Milliarden US-Dollar Profite meldete. [3][BP] vervierfachte im gleichen Zeitraum seinen Gewinn sogar: Er schwoll auf nie dagewesene 8,5 Milliarden US-Dollar an. Rekordprofite hatten die fossilen Konzerne zuletzt nach dem russischen Angriff auf die Ukraine vermeldet, als die Öl- und Gas-Preise weltweit ebenfalls stark angestiegen waren. Fossile Brennstoffe zu verbrennen [4][heizt den Klimawandel an].
Die Sorge, dass die Energiepreise wegen einer Steuer auf diese Profite noch weiter steigen könnten, teilt Badum nicht: „Wir sehen an den Profiten, dass die Unternehmen offensichtlich einen Puffer hätten, um Preise zu senken, und sie tun es trotzdem nicht.“
Die Grünen schließen sich mit ihrer Forderung einem [5][Vorschlag Spaniens] an, durch die EU-weite Besteuerung fossiler Konzerne Schäden infolge des Klimawandels zu bezahlen.
Grünen-Antrag zielt auf Klimagipfel
„Es gibt einen Zusammenhang zwischen den Monaten, in denen diese Konzerne Rekordprofite eingefahren haben, und den Milliardenschäden, die Europa während des Hitzesommers getroffen haben“, sagt Badum. „[6][Wir brauchen Geld] für die Anpassung an den Klimawandel, und um von der Droge fossile Energie wegzukommen.“
Ein [7][entsprechender Antrag] der Grünen wird nächste Woche im Bundestag verhandelt. Aussicht auf Erfolg hat er nicht. „Wir müssen eine solche Abgabe diskutieren, bis sie [8][irgendwann unausweichlich wird]“, sagt Badum. „Es muss normal werden, dass fossile Konzerne bezahlen für die Zerstörung, die sie angerichtet haben.“ Anlass für den Antrag ist der UN-Klimagipfel, der Mitte November in der Türkei stattfindet.
30 Oct 2026
LINKS
[1] /Profite-verdoppelt/!6199682
[2] https://www.independent.co.uk/news/business/shell-john-healey-simon-francis-iran-b3075381.html
[3] https://www.ft.com/content/979e4cd0-1683-4a9f-a528-bb03c1b4ad45?syn-25a6b1a6=1
[4] /UN-Bericht-zur-Klimakrise/!6223341
[5] https://www.ft.com/content/86da564e-aec7-4d53-b7b8-93bbdd240061?syn-25a6b1a6=1
[6] /Enorme-Gewinne-fuer-Oelkonzerne/!6201594
[7] https://dserver.bundestag.de/btd/21/085/2108580.pdf
[8] /Uebergewinnsteuer/!6181103
AUTOREN
Jonas Waack
Schwerpunkt Klimawandel
Bündnis 90/Die Grünen
fossile Energien
Ölkonzern
Gewinn
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