taz.de -- Die Wahrheit: Halloeyes
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die geneigte Leserschaft an einem Poem über Gruseliges zu Halloween erfreuen.
Bild:
Ihr solltet auch mal einen Augapfelkuchen,
zur Freude des Gaumens zu backen versuchen.
Und dazu braucht ihr Augen,
die gut zum Backen taugen.
Die besten Augen wachsen in Höhlen
von Kindern, die im Treppenhaus grölen,
die auf der Straße nerven
und Nierensteine werfen.
Die müssen, ja, so ist das eben,
euch ihre zarten Augäpfelchen geben.
Das geht nicht ohne Geschrei.
Man nehme Butter, Blut und Ei
und fülle dies in die Schüssel rein,
dazu geriebenes Schlüsselbein.
Nun wird das Ganze geknetet,
wie ihr's mit Teigen tätet.
Die Augäpfel liegen dann so auf dem Teige,
dass schön die Pupille nach oben zeige.
Es soll auch was fürs Auge sein.
Ab damit in den Herd hinein!
Zum Schluss werden alle Kinder geladen,
die ihre Augäpfel zum Backen gaben
zur Kuchenblindverkostung.
Demnächst das Rezept zur Vermostung.
29 Oct 2026
AUTOREN
Christian Kreis
Halloween
Kinder
Horror
Gedicht
Süßigkeiten
Reden wir darüber
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