taz.de -- Geplanter Deal mit Saudi-Arabien: USA wollen Saudis F-35-Kampfjets verkaufen

Tarnkappenjets gelten als die modernsten Kampfflugzeuge der Welt. Im Nahen Osten waren sie bislang dem US-Verbündeten Israel vorbehalten.

Bild: Ein Kampfjet vom Typ F-35 startet im Rahmen einer großangelegten Übung zahlreicher Kampfflugzeuge aus mehreren Nato-Staaten auf der US-Airbase Ramstein

dpa | Trotz Protesten in Israel genehmigt die US-Regierung den milliardenschweren Verkauf von 48 modernen Tarnkappenjets vom Typ F-35 an Saudi-Arabien. In einer Mitteilung an den US-Kongress hieß es, das Außenministerium habe dem geplanten Verkauf von Kampfjets und Zubehör samt militärischer Ausbildung dafür im Gesamtwert von rund 24,3 Milliarden US-Dollar (aktuell rund 21,2 Milliarden Euro) zugestimmt. Präsident Donald Trump hatte das umstrittene Geschäft bereits Ende vergangenen Jahres angekündigt, ohne dabei Details zum Umfang zu nennen.

Bislang wurden die hochmodernen Tarnkappen-Kampfflugzeuge im Nahen und Mittleren Osten nur an den engen US-Verbündeten Israel abgegeben. Dort war die Ankündigung des Waffengeschäfts im vergangenen Jahr auch angesichts der Spannungen zwischen Israels Regierung und Saudi-Arabien auf Kritik gestoßen. In der Mitteilung des Außenministeriums vom Donnerstag (Ortszeit) hieß es nun, der Verkauf an das sunnitische Königreich werde „das militärische Gleichgewicht in der Region nicht ändern“.

Saudi-Arabiens Luftwaffe fliegt aktuell auch [1][Kampfeinsätze im benachbarten Jemen], um die dortige Regierung i[2][m Kampf gegen die schiitische Huthi-Miliz] zu unterstützen. Wann die hochmodernen Kampfjets tatsächlich an das mit den USA verbündete Königreich geliefert werden können, ist aber noch unklar. Vergleichbare Rüstungsgeschäfte erstrecken sich oft über einen Zeitraum von vielen Jahren.

Deutschland bekommt ersten Tarnkappenjet

Deutschland etwa bestellte 2022 insgesamt 35 der Kampfjets. Verteidigungsminister Boris Pistorius will heute im texanischen Fort Worth beim Rüstungsunternehmen Lockheed Martin den ersten dieser Jets übernehmen. Die übrigen F-35 sollen nach und nach bis 2029 ausgeliefert werden.

Der Tarnkappenjet gilt aktuell weltweit als das modernste Kampfflugzeug. Wegen ihrer speziellen Form und Außenbeschichtung ist die Maschine für gegnerisches Radar nur schwer zu entdecken. Allerdings gibt es weiter auch Kritik an dem Flugzeug: So führt die Komplexität der technischen Systeme zu einem hohen Wartungsaufwand.

Krieg im Jemen – Angriffe auf Öltanker

Saudi-Arabien ist traditionell [3][einer der größten Abnehmer von US-Waffen]. In den vergangenen Jahren gab es im US-Parlament zeitweise jedoch Widerstand gegen Waffenlieferungen an das Königreich – unter anderem wegen dessen Beteiligung am Jemen-Krieg.

Dort gab es seit 2022 eine Waffenruhe, die den Konflikt begrenzte. Seit Juli kommt es in dem Land im Südwesten der Arabischen Halbinsel aber wieder zu intensiven Kampfhandlungen. Die Huthi attackieren dabei auch Ziele in Saudi-Arabien sowie Tanker des weltgrößten Ölexporteurs rund um die Meerenge Bab al-Mandab, die Teil der wichtigen Seeroute nach Asien ist.

18 Sep 2026

[1] /Huthi-Miliz-im-Jemen/!6212765

[2] /Chaos-im-Jemen/!6212201

[3] /Sunnitisches-Militaerbuendnis/!6202954

TAGS

Kampfjets

Schwerpunkt USA unter Trump

Saudi-Arabien

Israel

Rüstungsexporte

ARTIKEL ZUM THEMA

Teile von F-35 vermisst: Geheime Technik von US-Tarnkappenjet F-35 soll nach Hongkong gegangen sein

Der US-Kongress untersucht laut Recherchen von Politico, ob Teile des hochmodernen F-35-Kampfjets China in die Hände gefallen sind.

Neue Kampfjets für die Bundeswehr: Boris Pistorius nimmt in Texas ersten F-35 in Empfang

Verteidigungsminister Pistorius reist persönlich in die USA, um die Tarnkappenjets entgegenzunehmen, die die Tornado-Flugzeuge der Bundeswehr ersetzen sollen.

Pentagon-Bericht zum Irankrieg: Kosten von mindestens 33 Milliarden US-Dollar

Ein Bericht des US-Verteidigungsministeriums legt Auswirkungen des Krieges in Iran offen. Er widerspricht Aussagen von US-Präsident Donald Trump.

Krieg mit den Huthis: Mindestens ein Dutzend Verletzte in Saudi-Arabien

Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz greift im nördlichen Nachbarstaat an. Die Kämpfe zwischen jemenitischen Regierungstruppen und Huthis halten an.

Meerenge Bab al-Mandab: Huthis verschärfen die Ölkrise

Die jemenitische Miliz hat die Meerenge Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle gebracht. Das schränkt den Welthandel mit Öl weiter ein. Eine Lösung scheint nicht in Sicht.

Proxied content from gemini://taz.de/%216214224 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/%216214224
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.