taz.de -- Die Wahrheit: Junger Halunke

Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die geneigte Leserschaft an einem Poem über ein randalierendes Wetterphänomen erfreuen.

Bild:

El Niño heißt der Wassergeist,

der weltweit Unordnung verheißt.

Er pflegt am Status quo zu rütteln

und Wasser um und um zu schütteln.

Wo kaltes war und voller Krill,

holt er den Boiler und den Grill.

Die Meeresströme sind ihm wumpe,

der Junge streamt mit eigner Pumpe.

Brutal geht er die Dinge an,

nicht wie der kleine Wassermann.

Den hat höchst grünlich und verschwommen

im Teich kaum jemand wahrgenommen.

Er aber, dieser Nachwuchsschuft,

verbreitet nichts als dicke Luft.

Mag ihn das Jugendstrafrecht schützen:

Bei ihm wird nur Verwahrung nützen.

Und das zur Sicherheit an Land

bei möglichst flachem Pfützenstand.

3 Sep 2026

AUTOREN

Reinhard Umbach

TAGS

El Niño

Sturm

Extremwetter

Gedicht

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