taz.de -- Sprengungen im Berliner Grunewald: Keine Panik
Wer Explosionen im Grunewald hört, soll dahinter keinen Anschlag vermuten: Die Polizei erklärt das mit einer Fortbildung auf dem Sprengplatz.
Bild: Wenn am Dienstag im Grunewald Detonationen zu hören sind, soll das kein Anschlag, sondern eine Fortbildung bei der Polizei sein
In einer von immer mehr drohenden Gefahren und entsprechenden Ängsten geprägten Atmosphäre geht die Berliner Polizei an diesem Dienstagmorgen auf Nummer sicher und warnt vor: Wer zwischen 11 und 15 Uhr im Grunewald und in seinem Umfeld Explosionsgeräusche hört, soll dahinter keinen weiteren Anschlag vermuten. Nach einer Mitteilung der Polizei, von der die Deutsche Presse-Agentur berichtet, gibt es auf dem Sprengplatz in dem Waldgebiet in diesem Zeitraum eine Fortbildung. Es könne zu Detonationen kommen, die auch über die Grenzen des Sprengplatzes hinaus zu hören sein könnten, heißt es dabei. „Für Personen im Grunewald besteht keine Gefahr“, so die Polizei.
Der Sprengplatz im Grunewald hatte vor fast genau vier Jahren Schlagzeilen gemacht, als dort im August 2022 in einem Aufbewahrungsraum [1][ein Brand ausbrach]. Das führte zu vielen Explosionen. Auf dem Gelände lagerte die Polizei illegales Feuerwerk sowie Bomben-Blindgänger, Granaten und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Löscharbeiten dauerten mehrere Tage, Roboter, Hubschrauber und ein Panzer kamen zum Einsatz.
Ende Juli hatte [2][ein Anschlag beim CSD im Tiergarten nicht nur Berlin] erschüttert. Dabei war ein Autofahrer nahe dem Festivalgelände mit einem Transporter in eine Menschenmenge gefahren. Anschließend setzte er mit einer Hiebwaffe seine Attacke fort. Eine Frau starb, fast 30 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.
Für weitere Unruhe sorgte bundesweit, als Anfang des Monats am Flughafen Leipzig eine Drohne mit, so damals die Polizei, „sprengfähiger Substanz“ gefunden wurde. Grundsätzlich weisen Sicherheitsexperten und Innenpolitiker auf eine gestiegene Bedrohung hin. Schon im Juli hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) vor einer verschärften Sicherheitslage in Deutschland gewarnt. Die vorige abstrakte Bedrohungslage sei [3][zu einer hohen Bedrohungslage hochgestuft worden], sagte er in einem Zeitungsinterview. „Das bedeutet, dass in Deutschland jederzeit mit dem Risiko von Anschlägen zu rechnen ist.“
25 Aug 2026
LINKS
[1] https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/08/grossfeuer-sprengplatz-grunewald-2022-ermittlungen-eingestellt.html
[2] /Anschlag-auf-den-Berliner-CSD/!6199275
[3] https://www.tagesschau.de/inland/sicherheit-dobrindt-anschlagsgefahr-100.html
AUTOREN
Stefan Alberti
Grunewald
Anschlag
Polizei Berlin
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