taz.de -- Bildungskrise in Ost und West: Gemeinsam gescheitert?
Die Bildungskrise ist allgegenwärtig. Was können wir dagegen tun? Antworten liefern CDU-Politiker Andreas Sturm und Louis Krüger von den Grünen.
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2022 sank die Leistung unserer Schüler:innen in Mathematik, den Naturwissenschaften und der Lesekompetenz auf das niedrigste Niveau seit Beginn der Messung der Pisa-Studie. Dass Bildungspolitik damit längst zu einer gemeinsamen Krisenfrage geworden ist, nehmen auch unsere Gäste Andreas Sturm (CDU) und Louis Krüger (Bündnis 90/Die Grünen), bildungspolitische Sprecher ihrer Landtagsfraktionen in Baden-Württemberg und Berlin, wahr.
Andreas Sturm bringt den Stand der Einheit in der [1][Bildungspolitik] auf den Punkt: „Die Mauern, über die wir in der Vergangenheit gesprochen haben, sind jetzt auch Mauern, wenn wir über soziale Herkunft, Sprachdefizite und fehlende Bildungschancen reden.“ Doch ziehen sich die Mauern heute nicht mehr durch Ost und West, sondern mitten durch unsere Klassenzimmer.
Nach Zahlen des IQB-Bildungstrends 2024 lagen Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg im Spitzenfeld in allen getesteten MINT-Fächern. Bremen, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen und das Saarland bilden das Schlusslicht der Untersuchung. Trotz dieser Unterschiede lässt sich ein Trend erkennen: Selbst die Spitzenreiter haben im Vergleich zu früheren Erhebungen deutlich an Punkten verloren.
Ob Spitzenreiter oder Schlusslicht, die Probleme unterscheiden sich kaum
Doch woran liegt das? Bei der Problemdiagnose scheinen sich beide Bildungspolitiker erstaunlich einig zu sein. Louis Krüger sagt dazu: „Lehrkräftemangel ist auch bei uns das große Problem, weil natürlich alles andere davon abhängt.
Nur wenn ich ausreichendes und gut qualifiziertes Personal habe, kann ich die anderen Probleme angehen. Und das Zweite ist das Thema Bildungsungerechtigkeit. Da sind wir in Deutschland insgesamt einfach sehr, sehr schlecht im weltweiten Vergleich. Bei uns hängt es immer noch sehr stark vom Elternhaus ab, welche Chancen ich als Kind habe.“ Gestützt wird die Aussage durch die Zahlen des nationalen Bildungsberichts „Bildung in Deutschland“.
Noch immer gelingt es in Deutschland nur unzureichend, Bildungserfolg [2][von sozialer Herkunft zu entkoppeln:] Bei den 20-Jährigen erreichen 79 Prozent der Kinder aus privilegierten Familien die Hochschulreife, in benachteiligten Familien sind es nur 31 Prozent. Ob das dreigliedrige Schulsystem und Ziffernnoten noch zeitgemäß sind und wo unser Moderator einen unserer Gäste provoziert, könnt ihr in der aktuellen Folge von Mauerecho nachhören.
„Mauerecho – Ost trifft West“ ist ein Podcast der taz panterstiftung. Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags auf [3][taz.de/mauerecho] sowie überall, wo es Podcasts gibt. Besonderer Dank gilt unserer neuen Redakteurin Jacqueline Kamp und unserem Sounddesigner Sebastian Jautschus.
6 Aug 2026
LINKS
[1] /Nationaler-Bildungsbericht/!6187244
[2] /Armut-und-Reichtum-in-Deutschland/!6184594
[3] https://taz.de/mauerecho
AUTOREN
Dennis Chiponda
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