taz.de -- Jobverlust durch KI: Diesmal haben reichere Länder das größere Problem

Künstliche Intelligenz kann die Produktivität steigern – womöglich so sehr, dass bestimmte Arbeitsplätze nicht mehr benötigt werden. Was heißt das für welche Länder?

Bild: Zukunftsaussichten für die reichen Länder: leerere Büroarbeitsplätze

dpa | Arbeitnehmer in reicheren Ländern wie Deutschland und den USA müssen laut einer Erhebung der Weltbank wegen des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz deutlich stärker [1][um ihren Arbeitsplatz bangen] als jene in ärmeren Ländern. Das Risiko einer Automatisierung ihrer Arbeit sei mehr als dreimal so hoch wie in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen, wie aus einem Bericht des Instituts hervorgeht. 14,2 Prozent der Arbeitsplätze in reicheren Ländern seien durch KI-Einsatz gefährdet. In Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen seien dagegen nur 4,5 Prozent der Jobs bedroht.

Zugleich betonte die Weltbank mit Sitz in Washington, dass die Produktivität bei 16,2 Prozent der Jobs in Entwicklungsländern durch [2][KI-Nutzung] gesteigert werden könne. Damit liege der Wert nahe an jenem, der für Länder mit hohem Einkommen prognostiziert wird (18,7 Prozent). „Sie benötigen keine großen Modelle oder Big-Data-Zentren, um von KI zu profitieren“, erläuterte Weltbank-Chefvolkswirt Indermit Gill mit Blick auf die einkommensschwächeren Länder. Bereits kleine und kostengünstige KI-Werkzeuge könnten Millionen von Menschen eine bessere medizinische Versorgung, Bildung und Landwirtschaft ermöglichen.

Die Autoren des Berichts betonten allerdings, dass dafür ausreichende Bedingungen geschaffen werden müssten. So müssten die Regierungen in den einkommensschwächeren Ländern dafür sorgen, dass Internetzugänge möglich sind und die Energieversorgung gesichert ist. Ohne gezielte Maßnahmen könnte KI die Kluft zwischen den Ländern vergrößern, die Ungleichheit innerhalb von Ländern verschärfen und die Marktmacht konzentrieren, hieß es.

[3][Die Weltbank] zählt zu den Ländern mit hohem Einkommen unter anderem Deutschland und viele andere europäische Länder, die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate, Japan und Südkorea. Als Länder mit mittlerem Einkommen kategorisiert sie etwa Brasilien, China, Mexiko, Ägypten, Indien, Thailand und Vietnam. Ein geringes Einkommen erzielten demnach Arbeitnehmer etwa in Afghanistan, Äthiopien, Syrien und Uganda.

5 Aug 2026

[1] /Jobabbau-in-der-Autoindustrie/!6198402

[2] /Einfluss-auf-kreative-Arbeit/!6194052

[3] /Auf-Druck-der-USA/!6192172

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