taz.de -- Deutsche Industrie- und Handelskammer: Gründen aus Verzweiflung
Laut einer Erhebung der Deutschen Industrie- und Handelskammer ist die Zahl der Firmengründungen deutlich gestiegen. Das sind die Zahlen.
Bild: Die Zahl der Firmengründungen ist im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20.000 gestiegen
rtr | Aus Sorge um den eigenen Arbeitsplatz gründen in Deutschland wieder mehr Menschen eine Firma. Das geht aus dem neuen [1][Gründungsreport der Deutschen Industrie- und Handelskammer] (DIHK) hervor, über den die Rheinische Post vorab berichtet. Demnach stieg die Zahl der Firmengründungen im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20.000 auf gut 171.000. Der Anteil derjenigen, die vor allem mangels anderer beruflicher Aussichten ein Unternehmen gründen, liegt mit 36 Prozent auf dem höchsten Stand seit elf Jahren. Allerdings lagen die Zahlen zwischen 2010 und 2020 mit durchschnittlich rund 100.000 Gründungen mehr noch spürbar darüber.
„Unser Report zeigt zwar ein steigendes Gründungsinteresse, aber keinen breiten unternehmerischen Aufbruch“, sagte DIHK-Präsident Peter Adrian der Zeitung. „Fast vier von zehn Interessierten wollen in erster Linie gründen, weil sie angesichts der wirtschaftlichen Lage und der Transformation in vielen Branchen um ihren Arbeitsplatz fürchten.“ Die Gründung sei daher oft „eher eine Ausweichstrategie als der feste Wunsch, als Unternehmerin oder Unternehmer neue Marktchancen zu erschließen“.
Die IHK-Berater beobachten dem Bericht zufolge zudem bei einem wachsenden Teil der Geschäftskonzepte Defizite, insbesondere bei der Finanzierung und der kaufmännischen Planung. Als größte Hürden nannten die Befragten komplizierte bürokratische Regeln und das Steuerrecht. So wünschten sich 73 Prozent der Gründer einfachere Regeln und 61 Prozent ein einfacheres Steuerrecht.
5 Aug 2026
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[1] https://www.dihk.de/de/newsroom/dihk-report-unternehmensgruendung-2026--184150
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