taz.de -- Die Wahrheit: Niemand will Thiel

Neues aus Neuseeland: Der Palantir-Gründer verlässt das Land der langen weißen Wolke. Doch auch andere Milliardäre haben sich dort eingebunkert.

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Die Bösen regieren die Welt. Und die Superreichen, die ihnen helfen, bauen sich teure Bunker in fernen Ländern, um im Ernstfall ihre goldenen Ärsche vor Krieg und Katastrophen zu retten. Da trifft uns eine gute Nachricht wie ein Sonnenstrahl im tiefsten Winter: Peter Thiel, einer der politisch widerwärtigsten US-Deutschen, kehrt unserem Fluchtparadies endgültig den Rücken. Wir jubeln nach jahrelangem Zittern.

Der neoliberale Techmilliardär, berüchtigt für seine Nähe zu Rechten, Donald Trump und zuletzt zu Jeffrey Epstein, wurde außerdem von den gerade abgelaufenen Wiener Festwochen wieder ausgeladen. Dem Verschmähten bleibt jedoch noch Argentinien: Javier Mileis Kettensägen-Country wird Thiels neue Heimat werden. Das Aufatmen in Aotearoa ist auch ein Stoßgebet: Bleib bitte bei den Pumas!

Der PayPal-Gründer hat nämlich seit 2011 aufgrund „außergewöhnlicher Umstände“ die neuseeländische Staatsbürgerschaft, auch wenn er bis dato nur ganze 12 Tage am Stück im Land der langen weißen Wolke und der verdächtig kurzen Bürokratie verbracht hatte. Die Urkunde nahm er nicht, wie sonst üblich, als Neubürger in seiner Wahlheimat entgegen, sondern im Konsulat im kalifornischen Santa Monica.

Der umstrittene „sweetheart deal“, mit dem der Palantir-Freund sich dank Investitionen in mittlerweile wieder abgewickelte Kiwi-Firmen angeblich seinen Pass erkaufte, flog erst 2017 auf. Seitdem kennt man auch Glendhu Bay. Die riesige Bucht liegt am Ufer des Wanakasees, misst 193 Hektar und gehört seit 2015 Thiel; ebenso eine Immobilie oberhalb der teuren Outdoor-Enklave Queenstown.

Bunker, Lodges und eine Schaffarm

Damit folgt er dem Trend der Hollywood- und Silicon-Valley-Stars, die sich ihre Doomsday-Bunker in Aotearoa gebaut haben. „Avatar“-Regisseur James Cameron besitzt einen ganzen Biohof mit 1.800 Hektar Land. Hedge-Fund-Manager Julian Robertson hat sich zwei Luxuslodges in Northland und Hawkes Bay geangelt. Sängerin Shania Twain besaß vor ihrer Scheidung eine Schaffarm in den Bergen.

Auch OpenAI-Chef Sam Altman hat wie viele andere seines Kalibers eine „Apokalypse-Versicherung“. Sein Fluchtweg im Ernstfall führt ins antipodische Domizil seines konservativen Kumpels Peter Thiel. Doch in Wanaka gab es seit Jahren Widerstand von Umweltschützern und der Ortsverwaltung gegen die monströsen Baupläne des umstrittenen Techmoguls.

Einheimische tauften das mehr als 13 Millionen Dollar teure Prepperanwesen „Antichrist Station“, als sich herumsprach, dass der exzentrische Besitzer christlich gefärbte Weltuntergangsfantasien hegt. Die kommen bei Kiwis auch nicht so gut an. Wer es letztendlich Peter Thiel vermiest hat, sich in unserem Refugium breitzumachen: Wir danken dir. Dafür sollte es die Ehrenstaatsbürgerschaft geben.

25 Jun 2026

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Anke Richter

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Peter Thiel

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