taz.de -- Cristiano Ronaldo bei der WM 2026: Ein wahrer Athlet
CR7 ist mittlerweile 41 Jahre alt, seine Erfolge kann man im Museum bewundern. Und niemand kann ihn davon abhalten, weiter für die Seleção zu spielen.
Bild: CR7 vor wenigen Tagen beim Training in Florida
Die Älteren kennen ihn vielleicht noch von der EM 2004, bei der er es als Nachwuchstalent mit der portugiesischen Nationalmannschaft bis ins Finale schaffte. Oder von der WM 2006, als er gegen die Deutschen um Platz 3 kickte. Manch einer verwechselte ihn damals noch mit dem Brasilianer Ronaldo. Das änderte sich schnell.
Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro, kurz CR7, wurde zum Phänomen, zur Tormaschine, zur Marke. Mehrfacher englischer, spanischer, italienischer Meister, seit Kurzem auch saudi-arabischer. 2016 sogar Europameister. [1][Man liebt ihn oder hasst ihn.]
Die ganzen Pokale, Trophäen, goldene Bälle und Schuhe gibt es mittlerweile im CR7-Museum in seinem Geburtsort Funchal auf Madeira zu sehen. Dort kann man generell alles bewundern, was der aus einfachen Verhältnissen stammende Milliardär so gemacht und geschafft hat. Kann ausgewählte Fanpost lesen und sogar virtuell mit dem [2][„Größten aller Zeiten“ (Zitat Trump)] interagieren. Eine CR7-Bronzestatue gibt es auch.
Gut, die Vergewaltigungsvorwürfe, Steuerdelikte und die dubiosen Beziehungen zum saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, mit dem er gerne mal Trump besucht, bekommt man im Museum wohl eher nicht zu sehen. Dafür landet man aber am Aeroporto da Madeira Cristiano Ronaldo, sollte man dort hinfliegen. CR7 ist schließlich eine Legende.
Was Messi kann, kann er erst recht
Und deswegen ist er mit seinen 41 Jahren – selbstverständlich – auch diesmal bei der WM dabei. Als Spieler natürlich. Denn was Neuer, Modrić und Messi können, kann CR7 erst recht! Topfit fühlt er sich und wer ist schon Trainer Roberto Martinez, um ihm jetzt schon in Rente zu schicken?!
Eine Ärztin, die Ronaldo schon vor über zwei Jahrzehnten begleitete, soll jedenfalls fast identische Werte wie bei seinem A-Nationalmannschaftsdebüt 2003 erkannt und ausgerufen haben: „Das nennst du einen Athleten.“ Kontrollierte Ernährung, akribische Regeneration, individuell gesteuerte Trainingsreize, so lautet das offene Geheimnis für die Unnatürlichkeit der CR7-Maschine.
Ronaldo heißt er übrigens, weil sein Vater großer Ronald-Reagan-Fan war. Wenn das keine perfekte Voraussetzung für die WM ist! Und dann noch die Erfahrung: „Wichtig ist, das erste Spiel gut zu starten, dann das zweite und das dritte.“ Das hätten die portugiesischen Jungspunde ohne ihn sicherlich nie erraten. Ob das gut geht mit der Seleção wird sich bald zeigen. Dass CR7 den in seiner Sammlung fehlenden WM-Pokal dieses Jahr in sein Museum stellt, ist eher unwahrscheinlich.
Aber es muss ja nicht die letzte WM sein.
16 Jun 2026
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AUTOREN
Ruth Lang Fuentes
Fußball-WM
Cristiano Ronaldo
Portugal
Lionel Messi
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