taz.de -- Kranke Kastanien vor dem taz-Haus: Das Waldsterben vor der eigenen Redaktionstür
25 Rosskastanien im Besselpark vor dem taz-Gebäude sollen der Säge zum Opfer fallen. Können wir dann wenigstens bitte einen Fußballplatz bekommen?
Bild: So schön: Der Besselpark, vom dritten Stock des taz-Gebäudes aus gesehen
Mit schlechten Nachrichten umzugehen, sind wir gewohnt. Aber diese trifft die taz direkt: Das Waldsterben steht vor der Tür, im wahrsten Sinn des Wortes. Wie das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg bekannt gab, [1][sind die Bäume im Besselpark] neben dem taz-Haus krank. Sehr krank. Es droht eine Lücke, eine entsetzliche Lücke.
Insgesamt 25 Exemplare der Rotblühenden Rosskastanie seien „als nicht mehr verkehrssicher eingestuft“ worden, teilte die Behörde mit und kündigte an: „Die Fällungen finden zeitnah statt.“ Ursache sei ein fortgeschrittener Befall mit dem Bakterium Pseudomonas syringae pv. aesculi. Durch die Krankheitsfolgen bestehe ein „erhöhtes Risiko für Ast- und Stammbruch“.
Und, noch schlimmer: Eine Bekämpfung des Erregers sei nicht möglich. Die weiteren Aussichten sind deshalb schlecht: Bereits rund 70 Prozent der Rosskastanien im Besselpark sind betroffen, es wird also noch mehr Fällungen geben. Und erst mal keine Nachpflanzungen. Dies sei „aus kapazitiven Gründen“ nicht vor Ende 2027 möglich, erklärte das Bezirksamt.
Grüne Oase in der Berliner Betonwüste
Das macht nicht nur die taz-Mitarbeitenden betroffen, die Arbeitsplätze mit Blick nach Norden und bisher [2][eine wunderschöne Aussicht auf die Bäume haben]. Auch wer schon einmal bei einem tazlab war, wird um die grüne Oase in der Berliner Betonwüste trauern.
Nun stellen sich Fragen. Warum eine krankheitsanfällige Monokultur angepflanzt wurde, konnte am Sonntag nicht geklärt werden. Wie es weitergeht, ist unklar. Nur der taz Panter FC hat schon einen Vorschlag: Falls eine Neubepflanzung dauerhaft unmöglich ist, könnte er auch einen Fußballplatz brauchen.
15 Jun 2026
LINKS
[1] /Internationaler-Tag-des-Baums/!5927373
[2] /Besselpark-in-Kreuzberg-wiedereroeffnet/!5716199
AUTOREN
Lukas Wallraff
Waldsterben
Friedrichshain-Kreuzberg
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