taz.de -- Analyse einer Denkfabrik: Windkraft und E-Autos – Europas Ausweg aus der Energiekrise?
Fossile Brennstoffe werden teurer. Einem Bericht zufolge könnte sich die EU viel stärker auf die Produktion erneuerbarer Energien verlassen.
Bild: Billiger und klimafreundlicher: Windkraftanlagen
dpa | Europäische Produzenten können einer Analyse zufolge den Binnenmarkt bereits vollständig mit [1][Windkraftanlagen], E-Autos und Wärmepumpen versorgen. 2025 wurden fast doppelt so viele Windkraftanlagen und Elektrofahrzeuge produziert, wie in Europa in Betrieb genommen wurden, heißt es in einem Bericht der Denkfabrik Ember. Bei der Produktion von Wärmepumpen sei das Angebot dreimal so hoch wie die Nachfrage gewesen. Europas Produktionsbasis für saubere Technologien ist demnach weitaus stärker als gemeinhin angenommen.
Im vergangenen Jahr beliefen sich die europäischen Exporte von Windkraftanlagen und Elektrofahrzeugen Ember zufolge auf mehr als 30 Milliarden Euro. Zudem sei allein durch Elektrofahrzeuge der Verbrauch von 67 Millionen Barrel Öl – also über 10 Milliarden Liter – vermieden worden. Damit seien 4,1 Milliarden Euro an Importkosten eingespart worden.
Die Abhängigkeit Europas von fossilen Brennstoffen bleibe aber eine erhebliche Schwachstelle, heißt es in dem Bericht. Da 85 Prozent der Versorgung durch fossile Brennstoffe aus Ländern außerhalb der EU importiert würden, seien die Energiekosten und die wirtschaftliche Stabilität des Kontinents direkt an die Märkte gebunden, die er nicht kontrollieren könne.
Dem Bericht zufolge kosteten die Preisspitzen bei fossilen Brennstoffen Europa in den ersten Monaten des Kriegs der USA und Israels mit dem Iran zusätzlich 18,5 Milliarden Euro. Von der EU-Kommission hieß es jüngst, dass die Ausgaben der EU für Importe von fossilen Brennstoffen in den ersten 100 Tagen seit Beginn des Kriegs um 47 Milliarden Euro gestiegen waren.
Sicher und erschwinglich
Eine Elektrifizierung biete Europa jedoch einen Weg, sich aus dieser Abhängigkeit zu lösen. „Elektrifizierung ist kein Kompromiss zwischen Sicherheit und Erschwinglichkeit – sie ist der Weg zu beidem“, forderte Tom Harrison von Ember. Die Werkzeuge und die Produktionsbasis seien bereits vorhanden; was jetzt benötigt werde, sei eine Politik, die so schnell voranschreite, wie die Technologie es tue.
10 Jun 2026
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