taz.de -- Illegale Produkte: Millionenstrafe für Onlinehändler Temu

Viele Billigwaren von Temu erfüllen grundlegende Sicherheitsstandards nicht. Dafür soll der Händler nun Strafe zahlen.

Bild: Der EU-Kommission zu unsicher und gesundheitsgefährdend: Temu-Shop

afp | Wegen des Verkaufs unsicherer und gesundheitsgefährdender Produkte hat die EU-Kommission eine Strafe in Höhe von 200 Millionen Euro gegen den [1][Billig-Onlinehändler Temu verhängt]. Temu habe in seinen Berichten an Brüssel „deutlich unterschätzt“, wie viele illegale Produkte auf seiner Plattform angeboten werden, teilte die Kommission am Donnerstag mit. Das Unternehmen, das zum chinesischen PDD-Konzern gehört, wies die Vorwürfe zurück.

Ermittler*innen der Kommission bestellten nach Angaben aus Brüssel testweise Waren wie Ladegeräte und Babyspielzeug bei Temu. „Ein sehr großer Anteil“ der Produkte fiel demnach durch grundlegende Sicherheitschecks. Das Spielzeug enthielt den Angaben zufolge häufig giftige Chemikalien oder leicht zu verschluckende Einzelteile.

Temu gehört mit 130 Millionen europäischen Nutzer*innen zu den großen [2][Onlineplattformen, die von der EU-Kommission überwacht werden]. Das Unternehmen muss jährlich einen Risikobericht an Brüssel abliefern. Dabei sei Temu aber nur auf den Markt allgemein, nicht aber auf seine eigene Plattform eingegangen, habe Risiken unterschätzt und nicht erklärt, wie seine Algorithmen gefährliche Produkte bewerben könnten, erklärte die Kommission.

Temu gibt sich unschuldig

Temu wies die Vorwürfe zurück. „Die Strafe ist unverhältnismäßig“, teilte ein Sprecher mit. Seit dem letzten untersuchten Risikobericht für das Jahr 2024 habe das Unternehmen sein Vorgehen bereits verbessert und werde weiter „konstruktiv“ mit der Kommission zusammenarbeiten. Temu kann die Strafe auch vor Gericht anfechten.

Die Plattform muss nun bis Ende August darlegen, wie sie sich künftig bessern will, ansonsten drohen zusätzliche tägliche Bußgelder. In Brüssel laufen weitere Verfahren gegen das Unternehmen. Dabei geht es unter anderem um den Verdacht, dass Temu seine Kundinnen und Kunden mit falschen Rabatten und undurchsichtigen Algorithmen in die Irre führt. Gegen den [3][Billigklamottenhändler Shein] laufen ähnliche Ermittlungen.

28 May 2026

[1] /Umstrittene-Shopping-Plattform-Temu/!6000467

[2] /Neue-Bearbeitungsgebuehr/!6166464

[3] /Nach-Kinder-Sexpuppen-Skandal/!6139917

TAGS

Konsumverhalten

Online-Shopping

Onlinehändler

China

ARTIKEL ZUM THEMA

Plan gegen Shein und Temu: Paris beschließt Gesetz gegen Wegwerfmode

Ultra-Fast-Fashion-Plattformen wie Shein oder Temu sollen nicht mehr werben dürfen. Andere EU-Länder könnten nachziehen.

Ravensburger übernimmt Steiff: Elefantenhochzeit im Kinderzimmer

Das Spiele-Unternehmen Ravensburger steigt beim Plüschtierhersteller Steiff ein. Damit sind zwei der bekanntesten deutschen Spielzeugmarken bald eng verflochten.

EU und USA gegen Paketflut aus China: Shein und Temu bald teurer?

Brüssel und Washington knöpfen sich Ramschhändler wie Shein vor. Die Kommission schlägt vor, Zollbefreiung für teils gefälschte Waren zu streichen.

Chinesische Shopping-Plattform: Beschwerde gegen Temu

Der Onlinehändler lockt mit Schnäppchen, wird aber wegen manipulativer Techniken kritisiert. Verbraucherschützer haben nun Beschwerde eingereicht.

Fotograf über Menschen im Einkaufscenter: Raus aus dem Konsumfluss

Fotograf Wolfram Hahn porträtiert Menschen in Berliner Einkaufszentren. Dabei fängt er ein, wofür diese Orte außerdem stehen: Begegnung und Kontraste.

Proxied content from gemini://taz.de/%216182584 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/%216182584
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.