taz.de -- Geplanter Mord im Namen Irans: Zehn Jahre Knast für gescheiterten Auftragsmörder

Die US-iranische Journalistin Masih Alinejad sollte ermordet werden. Dahinter steckt Teheran. Jetzt wurde in New York ein weiterer Mann verurteilt.

Bild: Ziel des Mordkomplotts: Masih Alinejad im Januar 2026

Der perfide Plan, eine US-iranische Journalistin und Aktivistin für 100.000 US-Dollar zu ermorden, endete mit einer weiteren langjährigen Haftstrafe. Wie das US-Justizministerium am Mittwoch verkündete, wurde der 37-jährige Jonathan Loadholt aufgrund seiner Teilnahme am Auftragsmordkomplott zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt.

Loadholt, der aus dem New Yorker Stadtteil Staten Island stammt, ist bereits der zweite Beschuldigte in dem Fall, der nun hinter Gitter muss. Im Januar wurde bereits sein Komplize Carlisle Rivera verurteilt. Dieser erhielt eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren.

„Solange das iranische Regime an der Macht ist, wird keiner von uns – ob innerhalb oder außerhalb Irans – Sicherheit haben“, sagte das mutmaßliche [1][Ziel des Mordkomplotts, Masih Alinejad,] nach der Veröffentlichung des Strafmaßes in einem Post.

Laut der US-Justizbehörde steckt hinter dem versuchten Attentat das iranische Regime. [2][Die islamischen Revolutionsgarden (IRGC), die Elitestreitmacht Irans, sollen bereits seit Jahren die Entführung oder Ermordung der Journalistin geplant haben, schrieb das Justizministerium.] Grund dafür seien Alinejads Bemühungen, die Missstände in Iran aufzudecken.

Erste Mordpläne wohl schon vor sechs Jahren

Die 49-jährige Aktivistin setzt sich seit Jahren dafür ein, die Gleichberechtigung von Frauen und bürgerliche Freiheiten in Iran zu fördern sowie die Korruption, Unterdrückung und den Terrorismus des Regimes aufzudecken. [3][Im März war sie in Frankfurt am Main mit dem ersten Europäischen Paulskirchenpreis für Demokratie ausgezeichnet worden.]

„Teheran hat versucht, eine US-Journalistin in den Vereinigten Staaten zu ermorden – nur deshalb, weil sie einige der vielen Missstände jenes Regimes aufgedeckt hatte“, erklärte der stellvertretende Generalstaatsanwalt für nationale Sicherheit, John A. Eisenberg.

Bereits vor sechs Jahren soll es innerhalb der Revolutionsgarden erste Pläne gegeben haben, die Journalistin zu beseitigen. Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen [4][sollen sich Mitglieder der IRGC an Farhad Shakeri gewandt haben].

[5][Dieser rekrutierte im Anschluss Rivera und Loadholt, die den Auftragsmord für 100.000 Dollar ausführen sollten.] Dieser Plan ging jedoch nicht auf, da Loadholt im November 2024 verhaftet wurde. Neben der zehnjährigen Freiheitsstrafe wurde er darüber hinaus auch zu drei Jahren gesichertem Freigang verurteilt. Shakeri, der als IRGC-Spion in Teheran lebt, befindet sich nach wie vor auf freiem Fuß.

28 May 2026

[1] /Auszeichnung-fuer-iranische-Aktivistin/!6153868

[2] /Angst-Isolation-beobachtet-werden/!6177960

[3] /Auszeichnung-fuer-iranische-Aktivistin/!6153868

[4] /Donald-Trump-und-das-Regime-in-Teheran/!6047846

[5] /Mordversuch-an-iranischer-Journalistin/!6077209

AUTOREN

Hansjürgen Mai

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