taz.de -- Flucht und Vertreibung: Mehr als 82 Millionen Menschen auf der Flucht im Heimatland

Konflikte und Kriege zwingen Millionen Menschen zur Flucht im eigenen Land, etliche werden mehrmals vertrieben. Zwei Länder sind besonders betroffen.

Bild: Zwei von 82 Millionen Binnenvertriebenen

kna | Schätzungsweise 82,2 Millionen Menschen haben Ende 2025 als Binnenvertriebene gelebt. Eine große Mehrheit – 68,6 Millionen – musste vor Konflikten und Kriegen fliehen; 13,6 Millionen wegen Naturkatastrophen. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht der Organisation Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) mit Sitz in Genf hervor.

Demnach hat sich die Zahl der Binnenvertriebenen weltweit innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt. Im Vergleich zu 2024, als 83,5 Millionen gezählt wurden, ging sie jedoch leicht zurück. Die Betroffenen lebten in insgesamt 104 Ländern.

Allein im vergangenen Jahr wurden 32,3 Millionen interne Vertreibungen durch Gewalt und Kriege gezählt – mehr als durch Katastrophen wie Überschwemmungen ausgelöste Fälle (29,9 Millionen). Den Angaben zufolge werden viele Menschen mehrfach vertrieben. Jeder Akt der Vertreibung wird einzeln gezählt.

Besonders viele Vertreibungen im Iran

Die höchste Zahl konfliktbedingter Vertreibungen verzeichnete 2025 [1][der Iran mit zehn Millionen], gefolgt von der Demokratischen Republik Kongo (9,7 Millionen). Allein diese beiden Länder machten rund zwei Drittel der neuen Fälle aus.

Insgesamt lebte fast die Hälfte aller konfliktbedingten Binnenvertriebenen (31,4 Millionen) in nur fünf Ländern. [2][Der Sudan] verzeichnete bereits im dritten Jahr in Folge die größte Zahl (9,1 Millionen), gefolgt von Kolumbien (7,2 Millionen), Syrien (6 Millionen), dem Jemen (4,8 Millionen) und Afghanistan (4,4 Millionen).

„Noch nie haben wir eine so erschütternd hohe Zahl an konfliktbedingten Vertreibungen verzeichnet“, sagte IDMC-Direktorin Tracy Lucas. „Da sich die Konflikte verschärfen, sind es oft dieselben Menschen, die immer wieder aus ihrer Heimat vertrieben werden.“ Gleichzeitig würden Systeme abgebaut, die Schutz bieten sollten, kritisierte die Expertin.

12 May 2026

[1] /Krieg-im-Iran/!6163305

[2] /Flucht-aus-Sudan/!6115539

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