taz.de -- Nach jahrelangem Verschwinden: China verurteilt zwei Ex-Verteidigungsminister zum Tode
Lange war das Schicksal zweier früherer Verteidigungsminister Chinas ungewiss. Ein Militärgericht hat Li Shangfu und Wei Fenghe nun verurteilt.
Bild: Wurde zum Tode verurteilt: Chinas Ex-Verteidigungsminister Li Shangfu
dpa | China hat gegen zwei seiner früheren Verteidigungsminister die Todesstrafe mit Strafaufschub verhängt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, verurteilte das Militärgericht der Volksrepublik [1][Li Shangfu] und dessen Vorgänger Wei Fenghe wegen Korruption zum Tode mit einem zweijährigen Vollstreckungsaufschub. Nach Ablauf dieser Frist werde die Strafe in lebenslange Haft umgewandelt.
Beiden wurden zudem ihre politischen Rechte auf Lebenszeit entzogen, außerdem wurde ihr Vermögen beschlagnahmt. Eine Berufung ist laut Xinhua nicht möglich.
Wei war von 2018 bis März 2023 Verteidigungsminister Chinas. Auf ihn folgte Li, der Ende August 2023 unerwartet aus der Öffentlichkeit verschwand und im Oktober desselben Jahres nach nur wenigen Monaten im Amt ohne weitere Begründung ersetzt wurde. Im Juni 2024 wurden Li und Wei schließlich wegen Korruptionsvorwürfen aus der Kommunistischen Partei (KP) ausgeschlossen.
Weitere Fälle im Militär
Li und Wei waren beide auch Mitglieder in der Zentralen Militärkommission, die Chinas Volksbefreiungsarmee befehligt. Die Armee, gewissermaßen der bewaffnete Arm der KP, wurde seit dem Verschwinden Lis immer wieder von Korruptionsermittlungen in höchsten Rängen erschüttert. Zuletzt gerieten die Vizevorsitzenden der Zentralen Militärkommission unter Verdacht und verloren ihre Posten in dem Gremium, das Staats- und Parteichef Xi Jinping leitet.
Korruption gilt in Chinas Militär schon lange als weitverbreitet und als Mittel, um in den Rängen aufzusteigen. Mit einer [2][seit Jahren laufenden Antikorruptionskampagne] will Xi das Problem bekämpfen und darüber hinaus die Armee modernisieren. Derzeit ist Lis Nachfolger [3][Dong Jun] Verteidigungsminister. Der Posten hat in China eine eher repräsentative Funktion.
7 May 2026
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